Obergoldbach singt und jutzt

Obergoldbach: In der mit reichem Blumenschmuck verzierten Mehrzweckanlage bot der Jodlerklub seinen Gästen musikalische Unterhaltung vom Besten. Auch mitschunkeln war möglich.

Mit Jodelliedern und Naturjutzen erfreute der Jodlerklub Obergoldbach die Besuchenden des Sonntagskonzerts. Dazwischen sorgten Gastformationen für Unterhaltung.

In Obergoldbach wird schon sehr lange gejodelt. 2013 konnte der Klub sein 100-jähriges Bestehen feiern. Ein paar Hornusser seien nach dem Training jeweils zusammengestanden und hätten gejodelt. Daraus wurde ein Verein, dirigiert vom Schulmeister Fritz Schüpbach für 20 Franken – jährlich! Leider sind bei einem Brand alle alten Dokumente vernichtet worden, sonst hätte man sicher noch viel Interessantes von früher erfahren können.


Den Frühling besingen

Inzwischen wurden sechs Tonträger aufgenommen und zahllose Konzerte gegeben. Heute stehen die zwei Dutzend Mannen im Kühermutz, mit den drei Trachtenfrauen in der Mitte, auf der Bühne vor dem vollbesetzten Zuschauerraum. Sie werden umrahmt von der Berner-Alpenkette, flankiert von zwei Hofgebäuden mit Stallbänkli, parat für die älteren Sänger während der Pause. Jodlerin Ruth Kläy erklärt, was man singt und von wem das Lied stammt. «Da läbt me uf, s git nöi Chraft» besingen der Chor in «Läbesfröid» den Frühling, auch wenn dann für die Bauern das «Dussewärche» anfängt. Es folgt der Sunntigmorge-Jutz, andächtig, feierlich, ohne Worte. Nach zwei Liedern folgt jeweils eine Pause.


Gastformationen

Zwischendurch fasziniert das Jodlerduett Joelyne Wyss und Marco Rindlisbacher mit poesievollen, ganz zart gesungenen Liedern. Bei diesen melancholischen Melodien könnte es einem fast ein wenig schwer ums Herz werden. Doch dann kommt die Familie Lüthi vom Hubehof. Vier flotte Töchter zwischen 14 und 19 Jahren spielen, in schöne Tracht gewandet, Schwyzerörgeli. Die Mutter begleitet die rassigen Ländler und Walzer mit dem Bass. Eigentlich wäre Platz zum Tanzen vorhanden, doch weil die Besuchenden eher der Senioren-Liga angehören, mag niemand das Tanzbein schwingen. Was sie nicht daran hindert, ein wenig zu schaukeln und mit geschlossenen Augen von vergangenen Tagen und Nächten zu träumen.

12.03.2026 :: Gertrud Lehmann (glh)