Im Winter verbringen viele Rotmilane die Nacht gemeinsam an Schlafplätzen, die dutzende Vögel umfassen können.
Weshalb sie das tun, war bislang unklar. Eine neue Studie der Vogelwarte Sempach liefert nun Einsichten in dieses
auffällige Verhalten. Dafür werteten die Forschenden rund 34'000 Übernachtungen aus. Am häufigsten
übernachteten an den
Schlafplätzen nicht ausgewachsene Rotmilane insbesondere junge Männchen. Noch sei nicht geklärt, weshalb gerade
junge Vögel sich an Schlafplätzen sammeln, schreibt die Vogelwarte. Dass diese an Schlafplätzen Informationen
erhalten über gute Nahrungsgebiete, sei eine mögliche Erklärung. Das ist für sie wichtig, da sie noch nicht über
die Erfahrung der Altvögel verfügen. Schlafplätze seien vielleicht auch eine «Partnerbörse», wo nicht brütende
Vögel schneller Partner finden und erfahren, wo in der Umgebung ein Revier frei ist.