Emmental:
Der Kanton Bern benötigt in der kommenden Legislatur einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel. So zumindest sieht es
der Handels- und Industrieverein (HIV) des Kantons Bern. In einer Umfrage unter 179 Unternehmen zeige sich ein
kritisches Stimmungsbild. Deshalb wolle man vor den kommenden Grossrats- und Regierungsratswahlen ein klares Signal
senden, schreibt der HIV in einer Mitteilung. Die Sektion Emmental des HIV hat die
Umfrageergebnisse für sein Gebiet ausgewertet. Das Emmental wirke im innerkantonalen Vergleich standorttreu,
heisst es da. Nur etwa drei Prozent der Unternehmen würden einen Wegzug erwägen - kantonal liege der Wert mit
rund 20 Prozent deutlich höher. Trotzdem kritisierten auch im Emmental viele Firmen erhebliche Bürokratielasten
und lange Verfahrensdauern. Unmut erzeugen gemäss HIV ein «Bewilligungs- und Regelüberfluss» und eine
Verwaltung, die «zu formalistisch» agiere. Als grösste Pluspunkte werden Bildung, Weiterbildung und eine solide
Mobilität genannt. Für die Rekrutierung qualifizierter
Mitarbeitenden sei die private Steuerbelastung relevant. Auch hier sieht der HIV Handlungsbedarf. Die
Erwartungen an den Grossen Rat seien Bürokratieabbau mit konkreten, messbaren Vereinfachungen sowie speditivere
Verfahren in der Raum- und Bauplanung. Die Unternehmen wünschten sich verlässliche, schnelle Abläufe.