Harzige Suche nach Ratsmitgliedern

Niederhünigen: Im Gemeinderat ist noch immer ein Sitz vakant. Gemeindepräsident Anton Schmutz hofft, dass sich Leute motivieren lassen, weil die Belastung künftig sinken werde.

Obwohl Niederhünigen einwohnermässig eine eher kleine Gemeinde ist, sollten doch unter den rund 550 Stimmberechtigten sieben Personen zu finden sein, die sich im Gemeinderat einsetzen möchten. «Bedenken Sie, dass die Gemeinde nur funktionieren kann, wenn sich Bürgerinnen und Bürger dafür engagieren», schreibt der Gemeinderat in einem Aufruf der aktuellen «Hünigen-Post». Weil sich in Niederhünigen nicht Parteien um die Kandidaturen kümmern, nimmt sich traditionsgemäss der Gemeinderat der Sache an. Er hatte bereits auf die Gemeindeversammlung vom Dezember 2025 hin potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten kontaktiert, fand aber niemanden. «Bis heute haben wir gegen 20 Personen angefragt», sagt Gemeindepräsident Anton Schmutz. «Leute mit kleineren Kindern haben Bedenken wegen der zusätzlichen Belastung», hat Schmutz in den Gesprächen oft gehört. «Und solche, bei denen die Kinder ausgeflogen sind, möchten die gewonnene Freiheit geniessen.»


Arbeit der Ratsmitglieder erleichtern

Der Gemeindepräsident hofft, dass sein Aufruf Wirkung zeigt und bei der nächsten Versammlung im Juni ein neues Ratsmitglied präsentiert werden kann. Schmutz knüpft seine Hoffnung an den Umstand, dass mit der Auslagerung der Gemeindeverwaltung nach Konolfingen die Arbeit der Ratsmitglieder vereinfacht werde. «Bislang musste ich mich als Gemeindepräsident beispielsweise auch um Personalentscheide in der Verwaltung kümmern», nennt er ein Beispiel. Zudem habe man bisher bewusst an den sieben Sitzen festgehalten, damit die einzelnen Ressorts nicht zu aufwändig werden. «Das Einfachste wäre natürlich, den Gemeinderat auf fünf Sitze zu reduzieren, wie dies andere Gemeinden getan haben. Aber dieser Schritt würde das Problem nicht lösen, sondern nur verschieben», sagt Anton Schmutz, der seinerseits bereits vor Monaten verlauten liess, dass er per Ende 2026 als Gemeindepräsident zurücktreten möchte. Nachfolge unbekannt.

05.03.2026 :: Bruno Zürcher (zue)