Auch wenn die Badi Langnau eigentlich noch gut aussieht, ist der Zustand laut Experten schlecht. / Bild: Markus Zahno (maz)
Langnau: Ein neues Bad wird für Langnau wohl frühestens um 2035 Realität. Das wurde an der GGR-Sitzung deutlich, an der ein grober Fahrplan für die Zukunft der Badi vorgestellt wurde.
Im Anschluss an die konstituierende Sitzung des Grossen Gemeinderates kam das Thema zur Sprache, worauf viele gewartet hatten: der Stand der Planung für die Badi Langnau. Bereits im März 2025 hatte das Parlament Gelder bewilligt, damit der Gemeinderat zusätzliche externe Fachleute beiziehen kann. Diese sollen mögliche Bauvarianten und auch Finanzierungsmodelle prüfen. Die Hoffnung: Endlich einen Schritt weiterkommen bei der Frage, wie es mit dem 55 Jahre alten Hallen- und Freibad weitergehen soll.
Mit der Projektbegleitung beauftragt ist die BPM Sports GmbH aus Bern, ein auf die Entwicklung von Sportanlagen spezialisiertes Büro. Dessen Geschäftsführer Rainer Gilg präsentierte einen Überblick über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte. Dabei wurde klar: Eine schnelle Lösung gibt es nicht. Der grobe Zeitplan geht momentan von einem Bauprojekt ab 2030 aus, neu in Betrieb genommen werden könnte das Bad in diesem Fall wohl ungefähr 2035.
Gemeinde will Hallen- und Freibad
Das beauftragte Büro hat die Optionen zunächst offengehalten und aufgezeigt, welche Badtypen denkbar wären: vom Freizeitpark mit Kinderplantschbecken über ein reines Schul- oder Naturfreibad bis hin zu einem Hallenbad mit mobilen Wänden, das im Sommer als gedecktes Freibad genutzt werden kann.
Für den Gemeinderat sei jedoch klar, dass man an der bewährten Kombination von Hallen- und Freibad festhalten wolle, sagte Gemeindepräsident Walter Sutter. Die Kosten für diese Option schätzt BPM Sports je nach Projekt im Rahmen von 35 bis 50 Millionen Franken. Im Investitionsprogramm der Gemeinde sind 40 Millionen Franken eingeplant.
Die viel diskutiere Frage, ob die Badi saniert oder neu gebaut werden soll, stand für einmal nicht im Zentrum. «Dies ist momentan unwesentlich», sagte Rainer Gilg. Der Entscheid hänge von vielen Faktoren ab und er würde davon abraten, ihn politisch vorwegzunehmen. Was sinnvoll sei, müsse im Projektverlauf entschieden werden. Aufgrund des Alters und des schlechten Zustandes der Bausubstanz gehe er aber davon aus, dass ein Neubau wahrscheinlicher sei.
Knackpunkt Finanzierung
Wie sehen nun die nächsten Schritte aus? Für 2026 ist vorgesehen, die Rahmenbedingungen und Grundanforderungen zu klären. Dazu gehöre nebst einer Mitwirkung der Schulen, Vereine und der Bevölkerung auch ein Finanzierungskonzept, führte Rainer Gilg aus. Dass dieses anspruchsvoll werde, sei allen bewusst; die verfügbaren Drittmittel seien begrenzt. Vom Bund sei kein Geld zu erwarten. Der Bund konzentriere sich ausschliesslich auf Leistungssportanlagen, und diese Planung sei bereits abgeschlossen. Es können also einzig Beiträge des Kantons erwartet werden, dieser wartet aber das Regionale Sportanlagenkonzept ab. «Diese Prozesse sind träge», sagte der Gemeindepräsident.
Nach seinen Erfahrungen mit finanzieller Unterstüzung durch umliegende Gemeinden gefragt, sagte Experte Rainer Gilg: «Das ist ein hartes Brot.» Er kenne zwar Beispiele, wo Nachbargemeinden den Bau mitfinanziert haben, die grosse Herausforderung liege aber in den Betriebskosten. Prüfen könne man deshalb auch Modelle im Rahmen einer Public-Private-Partnership, also die Beteiligung privater Investoren oder Sponsoren.
Massnahmen zur Überbrückung
Noch in diesem Jahr müsse zudem ein Kreditantrag für Überbrückungsmassnahmen gestellt werden können, betonte Gilg. Der Unterhaltsstau sei so gross und der Zustand der Anlage so schlecht, dass jederzeit ein technischer Ausfall möglich sei. Für die nächsten acht bis zehn Jahre müsse der Betrieb jedoch sichergestellt werden können, sagte er. Deshalb würden nun Massnahmen erarbeitet.
Auch damit zeigt sich, dass der Weg zu einer neuen Badi noch lang ist. Das Projekt steht faktisch erst am Anfang, hat aber nun einen groben Fahrplan. Einen Vorteil der langen Planung gebe es zumindest, meinte Gilg: «Das Hochwasserschutzprojekt an der Ilfis kann vorher angegangen werden.»