Hans-Peter Holzer (links) hat die H.P. Holzer AG in Bowil an seinen Sohn Yanick Holzer übergeben. / Bild: Lenia Gehrig
Bowil: Nach 38 Jahren hat Hans-Peter Holzer seine H.P. Holzer AG an Sohn Yanick Holzer übergeben. Die Firma gilt als einer der schweizweit führenden Kaminbau-Betriebe.
«Mein nächstes Projekt heisst vielleicht Hobby-Olivenbau», beantwortet Hans-Peter Holzer die Frage, was er als Rentner künftig tun werde. Bis zur Pension wird der 64-jährige gelernte Landmaschinenmechaniker im Teilpensum im Betrieb weiterarbeiten. Danach nach Bedarf. Seit Anfang Jahr leitet Sohn Yanick Holzer die Geschicke der H.P. Holzer AG, dem Kaminbau-Betrieb in Bowil. Die Frage, ob der Einstieg ins väterliche Geschäft immer sein Ziel gewesen sei, verneint er. «Eigentlich gar nicht», erzählt der 29-jährige gelernte Anlagen- und Apparatebauer. Nach der Berufsmaturität studierte er Mikro- und Medizintechnik. Bereits während der Schulzeit war er im Familienbetrieb als «Wucheplatzbueb» und später half er auch zwischen Lehre und Militärdienst mit. Ebenfalls während Corona, als die Schulen geschlossen blieben und sein Studium been-det war. «Im Sommer 2020 war die Auftragslage gross und mein Vater bot mir an, im Betrieb mitzuarbeiten. Dies machte mir von Anfang an Spass», so Yanick Holzer. Nach kurzer Zeit in der Werkstatt folgte der Wechsel ins Büro, wo er seinen Vater unterstützte. So stellten sich die Weichen in Richtung einer möglichen Geschäftsübernahme. «Ich bin froh und dankbar darüber», erklärt Hans-Peter Holzer, «ohne diese Nachfolgeregelung hätte ich wahrscheinlich verkaufen müssen.»
Über 38 Jahre stetig investiert
Die H.P. Holzer AG, 1987 in Langnau gegründet, zählt schweizweit zu den führenden Anbietern von Kaminsanierungen, Neukaminen, Blechverarbeitung und Cheminéeöfen. Um den Maschinenpark, die CAD-Software und das Know-how der langjährigen Mitarbeitenden zu nutzen, erledigt die Firma mit 16 Arbeitsplätzen auch Laser-, Schweiss- oder Abkantaufträge für externe Kundschaft. Hans-Peter Holzer hat den Betrieb während 38 Jahren kontinuierlich weitergebracht. «Mein Credo war, von jedem verdienten Franken die eine Hälfte in die Mitarbeitenden zu setzen und die andere Hälfte für Investitionen auf die hohe Kante zu legen», sagt er. So sei ein modernes KMU entstanden. Die Firma habe aber auch schwierige Zeiten durchlaufen, vor allem in den Anfängen während der Immobilienkrise. Die Auftragslage brach damals ein, und auf Firmenkredite wurde von den Banken acht bis zehn Prozent Zins verlangt. «Ohne die finanzielle Unterstützung unserer Lieferanten und von einem unserer grössten Kunden wäre es für unsere junge Unternehmung wohl schwierig geworden», meint er.