Likes sammeln, bis es nicht mehr geht

Likes sammeln, bis es nicht mehr geht
Das Trio Sorelle führt eine Tolstoi-Adaption rund um Land und Likes auf. / Bild: zvg
Langnau: Das Trio Sorelle war mit dem Musiktheater «Land & Likes» zu Gast. Die von Leo Tolstoi inspirierte Frage «Wie viel brauchen wir wirklich?» stand im Zentrum der Darbietung.

Sie verbinden Musik, Sprache, Schauspiel und Licht. Das Trio Sorelle besteht aus drei Schwestern, die professionelle Musikerinnen sind. In Langnau führten sie das Musikthea-ter «Land & Likes» auf, eine freie Adaption von Leo Tolstois Erzählung «Wieviel Erde braucht der Mensch?».


Das Verlangen nach mehr

Die Schwestern traten in klassisch schwarzer Konzertkleidung auf, erweitert durch farbige Kleidungsstücke entsprechend ihren Rollen. Rebekka Halter spielte das personifizierte Versprechen, in einem Jupe aus farbigen Tüllbahnen und mit reflektierenden Bändeln im Haar, eine Taschenlampe als Handy umgehängt. Sie trieb die Geschichte in moderner Ausdrucksweise voran. Silvia Halter verkörperte mit ihrem Cello den Bauern Pachom aus Leo Tolstois Erzählung. Dieser macht bei der Challenge mit, möglichst viel Land an einem Tag zu umrunden, um seinen Besitz zu vergrössern. Seine Frau Hanna, gespielt von Brigitte Halter mit ihrem Horn, wäre mit dem Status Quo zufrieden gewesen. Doch der Bauer, getrieben vom Verlangen nach mehr, marschierte in zügigem Tempo vorwärts, getragen von der Musik. Von der Figur des Versprechens wurde er gelobt und enthusiastisch angefeuert. Die Anwesenden konnten Likes vergeben, was ihn zusätzlich anspornte. Schliesslich brach er entkräftet zusammen. Überraschenderweise weigerte er sich, zu sterben und stand wieder auf, weil er das Erreichte geniessen und musizieren wollte.


Musik, Theater, Licht

Das Trio Sorelle spielte klassische Musik, internationale Volksmusik und Eigenkompositionen von Silvia Halter. Darunter waren bekannte Werke, so «Morgenstimmung» aus der Peer-Gynt Suite von Grieg, «Ungarischer Tanz» von Brahms, «Cancan» aus «Orpheus in der Unterwelt» von Offenbach und die Ouvertüre aus «The Phantom of the Opera». Lebendig interpretierten die Schwestern mit Oboe, Cello, Wald- und Alphorn die Musikstücke und verbanden sie geschickt mit der in die heutige Zeit adaptierten Erzählung. Wohldosierte Lichteffekte untermalten die Handlung. Die amüsante und tiefgründige Darbietung gefiel dem Publikum.

29.01.2026 :: Sylvia Ammann (sal)