«Solche Fehler liegen nicht mehr drin»

«Solche Fehler liegen nicht mehr drin»
Das Derby gegen den SC Bern war ein Duell auf Augenhöhe: Hier kämpfen Dario Rohr- bach und Joël Vermin um den Puck. / Bild: zvg
SCL Tigers: Im Derby gegen den SC Bern musste Langnau am Dienstagabend die vierte Niederlage in Folge hinnehmen. Der Kampf um einen Playoff-Platz spitzt sich immer mehr zu.

Nach den Niederlagen gegen Lugano, Ajoie und Zug mussten die SCL Tigers vorgestern Dienstag auch im Kantonsderby gegen Bern als Verlierer vom Eis. Das 3:4 nach Verlängerung im ausverkauften Heimstadion war dabei gleich doppelt ärgerlich. Einerseits weil die Emmentaler auch das vierte Duell gegen die Stadtberner in dieser Saison verloren haben und andererseits weil sie den direkten Konkurrenten in der Tabelle an sich vorbeiziehen lassen mussten. Beide haben nun 61 Zähler auf dem Konto, weil die Direktbegegnungen aber klar zugunsten des SCB ausgingen, hat dieser nun die Nase vorn.

Dabei war diese neuerliche Nie­derlage aus Langnauer Sicht alles andere als zwingend. Denn wie schon am Samstag gegen Ajoie erspielte sich das Heimteam eine 2:0-Führung. Und auch diesmal reichte dies nicht zum Sieg. Gegen die Jurassier mussten die SCL Tigers kurz vor Schluss das 2:2 hinnehmen, ehe sie in der Verlängerung verloren; gegen Bern retteten sie nach drei Gegentreffern im Mitteldrittel immerhin noch einen Zähler, bevor die Langnauer erneut in der Overtime bezwungen wurden.


Zu viele individuelle Fehler

Thierry Paterlini mochte die beiden Partien aber trotz ähnlichem Verlauf nicht miteinander vergleichen. «Ajoie hatten wir nach Strich und Faden dominiert, das war ein anderes Spiel», so die Analyse des Trainers, der gegen den SCB auch ein wenig mit den Unparteiischen haderte. «Wir hatten gute Chancen zum 3:0, doch dann hatte
der Schiedsrichter das Gefühl, Bern eine Überzahl geben zu müssen.» Die Strafe gegen Samuel Erni, welche der SCB – das bis dahin schlechteste Powerplay-Team der Liga – nur elf Sekunden später zum 1:2-Anschluss ausnützte, war in der Tat etwas fragwürdig. Thierry Paterlini stellte aber sogleich klar: «Wir haben nicht deswegen verloren.»

Was den Coach mehr ärgerte, waren individuelle Fehler der eigenen Spieler, wie jener von Captain Harri Pesonen, der die Scheibe vor dem 2:2 unbedrängt an die Beine des Gegenspielers statt in die Angriffszone spedierte und so den verhängnisvollen Gegenzug der Berner einleitete. Bereits gegen Ajoie hatte ein ähnlicher Puckverlust von Saku Mäenalanen zum äusserst unnötigen 2:2 geführt. Paterlini, der öffentlich nur selten Einzelkritik betreibt, fand dazu klare Worte: «Das darf einfach nicht passieren. In dieser Phase der Saison liegen solche Fehler nicht mehr drin.» Dario Allenspach, der gegen den SCB mit seinem vierten Saisontreffer das 3:3 erzielte, sah dies natürlich ähnlich. «Wenn wir in Führung liegen, dürfen wir nicht plötzlich irgendwelche Sachen probieren», so der 23-Jährige. «Wir müssen eine bessere Balance in unserem Spiel finden.»


Sieg gegen Ambri ist Pflicht

Trotz der vierten Niederlage in Folge, war man im Lager der SCL Tigers nach dem Derby bemüht, positiv zu bleiben. «Man kann es immer von zwei Seiten anschauen», sagte Thierry Paterlini. «Wir haben in diesen vier Spielen dreimal gepunktet und nur einmal nach 60 Minuten verloren.» Ähnlich tönte es bei Dario Allenspach: «Wir dürfen nicht alles schlechtreden», so der Stürmer. «Die Liga ist sehr ausgeglichen, gerade in unserer Tabellenregion. Deshalb nehmen wir diese einzelnen Punkte gerne mit, auch wenn wir zum Teil mehr verdient gehabt hätten.»

Noch liegen die Tigers drei Zähler über dem zweiten Tabellenstrich, der bald schon über Saisonende und Play-In-Teilnahme entscheiden wird. Der erste Verfolger Biel hat allerdings noch eine Partie weniger ausgetragen. Deshalb muss Langnau übermorgen Samstag zuhause gegen den HC Ambri-Piotta, gegen den man alle bishe­rigen Duelle in dieser Saison gewinnen konnte, unbedingt zum Siegen zurückfinden. Die Leventiner werden  mit einem neuen Trainer ins Emmental reisen, nachdem das bisherige Duo Landry/Matte am Dienstagabend unmittelbar nach der 3:4-Niederlage in Fribourg entlassen wurde. Bis Saisonende übernimmt nun Ex-SCB-Coach Jussi Tapola.

29.01.2026 :: Christoph Schär (css)