Morgenröte für die naturnahe Siedlung

Morgenröte für die naturnahe Siedlung
So soll die Siedlung Sonnhas einmal aussehen, vom Bürotrakt der Firma Jakob AG aus gesehen. / Bild: zvg
Trubschachen: Die geplante Überbauung der Genossenschaft Sonnhas ist einen Schritt weiter. Momentan wird das Baugesuch für die zwei Mehrfamilienhäuser an der Sonnhalde vorbereitet.

Am Schulhaus-Stutz tut sich etwas; die Baustelle ist wegen des Krans nicht zu übersehen. «Im Moment wird die Zufahrtsstrasse zum Dorfschulhaus neu gebaut», erklärt Toni Küchler, Präsident der Wohnbaugenossenschaft Sonnhas. «Sie ist aber gleichzeitig auch die Erschliessungsstrasse für unsere geplanten zwei Mehrfamilienhäuser mit den insgesamt 17 Wohnungen.» Obwohl die neue Siedlung kaum Autoverkehr generieren soll, hat die Gemeinde entschieden, das kurze Stück Schulweg zu verbreitern und mit einem Trottoir zu versehen.


Landwirtschaftliches Wohnen

«Neben dem bei der letzten Ortsplanung neu eingezonten Stück Bauland an der Sonnhalde konnte die Genossenschaft das Bauernhaus Hasenlehn und mit ihm eineinhalb Hektaren Landwirtschaftsland erwerben», erklärt Küchler. Der Name «Sonnhas» sei eine Verschmelzung von Sonnhalde und Hasenlehn.

Der Kauf von Landwirtschaftsland entspreche der Philosophie der Genossenschaft; man suche Mietende, die Wohnen und Landwirtschaft verbinden möchten, erklärt der Präsident. «Sie können auf dem Land der Genossenschaft einen Garten anlegen, Kleintiere halten oder sich auf einem Bauernhof in der Umgebung engagieren.» Neben der Selbstversorgung mit Lebensmitteln und Energie sei auf der Fläche zudem eine berufliche Tätigkeit, zum Beispiel im Kräuteranbau oder in der Veredelung, denkbar.

Entsprechend der Vision vom nachhaltigen Umgang mit Ressourcen werden die Häuser mehrheitlich aus einheimischem Massivholz gebaut. Die Architektur orientiere sich an den traditionellen Bauten der Region; «Aussentreppen und breite Lauben verbinden die Stockwerke», so Küch­ler.


Man sollte Freude daran haben

Die Genossenschaft habe im November dem Projekt mit einem Finanzrahmen von 7,5 Millionen Franken definitiv zugestimmt, sagt Küchler. Von den benötigten Geldern seien 90 Prozent zugesichert. Mit den Einsprechenden bei der öffentlichen Auflage seien einvernehmliche Lösungen gefunden worden. «Nun sind wir am Vorbereiten des Baugesuches. Spätestens in einem Jahr möchten wir mit dem Bau beginnen. Wir hoffen, dass 2028 die ersten Mietenden einziehen können», so Küchler.

Es gebe Raum für rund 40 Leute, die am nachhaltigen Umgang mit Ressourcen Freude haben sollten,
sagt der Genossenschaftspräsident. «Sie werden grossmehrheitlich ohne Auto leben; wer doch eines will oder braucht, kann einen Dauerparkplatz am Bahnhof mieten.» Die Grösse der Wohnungen orientiere sich daran, was für eine ökologische Lebensweise sinnvoll erscheine.

Wer in den Häusern wohnen will, muss gleichzeitig Genossenschaftsmitglied sein und so viele Anteilscheine erwerben, dass zehn Prozent der Baukosten der beanspruchten Wohnung gedeckt sind. «Im Moment sind 10 der 17 Wohnungen reserviert, vorwiegend die kleineren», so Toni Küchler. Dass die grösseren Wohnungen zu diesem Zeitpunkt noch frei sind, sei nicht aussergewöhnlich; eine Familie mit Kindern entscheide sich meistens dann, wenn es wirklich konkret werde.


Beim Planen mitreden

Die ungefähr 60 Genossenschafts­mitglieder werden bereits zu Workshops und Informationstagen zusammengerufen: Obstbäume schneiden, Waldränder aufwerten oder ein Planungsanlass stehen da auf dem Programm. Küchler schmunzelt: «Die Mietenden werden beim Planen miteinbezogen. Oft kommen sie dabei in einen Clinch: Einerseits haben sie trotz ökologischer Denkweise einige Ausstattungswünsche, anderseits sind sie als Mieter und Genossenschafterin daran interessiert, dass die Wohnungen kostengünstig bleiben, damit sich Interessierte finden.»

Gemeinsame Aktivitäten sind auch zukünftig angesagt. Neben möglichen Gemeinschaftsgärten will die bestehende Hoschtet gepflegt und Brennholz für die Zentralheizung gerüstet werden, und auch Pflege und Verwaltung von Gebäuden und Aussenraum sollen gemeinschaftlich geschehen. Wichtiger Teil der Vision sei auch die Integration ins Dorf, so Küchler: «Wir hoffen, dass die Bewohnenden am Dorfleben teilhaben.»

Aber so weit ist es noch nicht.
«2014 tauchte die Idee auf. Es braucht einen langen Atem, der Weg durch die Instanzen ist mühsam.» Ungeduld sei bei den zukünftigen Mietenden jedoch nicht zu spüren, Vorfreude schon, meint Küchler.

08.01.2026 :: Ruedi Trauffer