«Die Kinder haben die Herzen bewegt und die Welt ein wenig verändert»

«Die Kinder haben die Herzen bewegt und die Welt ein wenig verändert»
An der Schulweihnachtsfeier wurde der Erfolg des Projekts auch hinsichtlich der Finanzen bekannt gegeben. / Bild: zvg
Trachselwald: Das Projekt «Minenräumer für die Ukraine» der Schule Heimisbach löste etwas aus und zog Kreise. Die Schulkinder erlebten, wie Unmögliches wahr wird.

Wie geht man mit den bedrückenden Kriegsnachrichten um, die auch die Kinder beschäftigen? Anfang 2025 entschied sich die Schule Heimisbach, diese Frage aktiv anzugehen – mit dem Projekt «Humanitäres Engagement – Minenräumer für die Ukraine». Die Idee dahinter: Kindern aufzeigen, dass Handeln Hoffnung schenkt und auch kleine Beiträge Wirkung entfalten können. «Wenn wir nicht in der Bildung anfangen, Wege im Umgang mit übergrossen Herausforderungen zu suchen – wo denn sonst?», lautete ein zentraler Gedanke von Martin Hunziker. Der Initiant der Aktion ist noch bis Ende Jahr im Gemeinderat für die Bildung zuständig und übernimmt ab Neujahr das Gemeindepräsidium. Die Schuldirektion unterstützte das Vorhaben und die kantonale Bildungsdirektorin Christine Häsler reiste eigens an, um Kindern und Lehrpersonen für deren Einsatz zu danken.


Hoch gestecktes Ziel

In den Klassen wurde altersgerecht gearbeitet. Zum Beispiel entstanden im Werkunterricht Friedenstauben und im Kindergarten Glückspilze, die am Schulfest verkauft wurden. Auch Aktionen wie die Friedens-Züpfe fanden Zuspruch. Während des Treichler- und Viehzuchtevents, in dessen Rahmen auch das emmentalische Jodlerfest stattfand, wurde dann eine zwölf Tonnen schwere Minenräummaschine präsentiert.

Die Idee des Projekts verbreitete sich über das Emmental hinaus. «Es engagierten sich auch Schulen im Berner Jura und an weiteren Orten», weiss Martin Hunziker. Das gesteckte Ziel war hoch. Eine Minenräummaschine, gebaut in Tavannes, kostet mit Transport, Ersatzteilen und Ausbildung fast eine Million Franken. «Es schien unrealistisch, jemals in die Nähe dieses Betrags zu kommen», sagt Hunziker. Davon liessen sich aber weder Schülerinnen und Schüler noch Lehrpersonen entmutigen.


Ein Zeichen der Hoffnung

Das Engagement im Emmental blieb nicht unbemerkt. Ein Unternehmerehepaar zeigte sich so beeindruckt, dass es die Hälfte der Kosten übernahm. Weiter wurde der Erlös aus dem Wiederverkauf einer revidierten Maschine zugunsten des Projekts gesprochen. Durch die Aktionen der Schule Heimisbach sowie dank Spenderinnen und Spendern aus der Region kam ein Betrag von rund 10´000 Franken zusammen. Rechnet man die Beiträge der anderen Schulen dazu, sind es zwischen 60´000 und 70´000 Franken. Bereits kurz vor Abschluss des Projekts Ende Jahr steht fest, dass der Bau der Maschine finanziell gesichert ist.

«Auch wenn diese Zahlen beeindrucken, liegt der Wert nicht nur darin», betont Martin Hunziker. «Das Engagement der Kinder hat Herzen bewegt und die Welt ein wenig verändert.» Die Schülerinnen und Schüler hätten nicht nur gelernt, mit belastenden Nachrichten umzugehen, sondern selbst ein Stück Hoffnung in die Welt zu tragen. «Sie haben bewiesen, wie viel entstehen kann, wenn eine Gemeinschaft gemeinsam hinschaut und handelt.» Für ihn und viele Beteiligte sei das Ergebnis nichts weniger als ein Weihnachtswunder.

25.12.2025 :: egs, Silvia Wullschläger (sws)