Der Schlachtviehmarkt ist Geschichte

Der Schlachtviehmarkt ist Geschichte
Letzte Woche ging auf dem Sumiswalder Dorfplatz eine lange Tradition zu Ende. Am letzten Schlachtviehmarkt waren 38 Tiere auf Platz. / Bild: Ulrich Steiner (uss)
Sumiswald: Auf dem Sumis­walder Dorfplatz fand der letzte Schlachtviehmarkt statt. Die Bauern können ihr Schlachtvieh in Zukunft zum Beispiel nach Dürrenroth bringen.

In den Nachkriegsjahren wurde die Genossenschaft für Schlachtvieh- und Fleischversorgung (GSF) gegründet. Sie war die Vorgängerin der Branchenorganisation Proviande, die heute in Zusammenarbeit mit dem Kanton und dem Berner Bauern Verband (BEBV) die öffentlichen Schlachtviehmärkte im Kanton Bern durchführt. Infolge der Sparmassnahmen des Bundes werden diese nun nicht mehr im gleichen Umfang von Pro­viande unterstützt. «Für das kommende Jahr mussten wir daher Anpassungen im Markt-Programm vornehmen», sagt Leana Waber vom BEBV. In Rücksprache mit den Or­ganisatoren werde daher der Platz in Sumiswald per 1. Januar 2026 geschlossen; die Markttage werden aber in Dürrenroth durchgeführt.

Neben Sumiswald werden fünf weitere Markt-Standorte im Kanton Bern geschlossen. Leana Waber betont: «Für uns ist es zentral, dass wir trotz der notwendigen Anpassungen die Schlachtviehmärkte im Kanton Bern erhalten und stärken können.»


Überwachter Markt in Dürrenroth

Nach der neuen Gebietszuteilung können die Bauern aus Sumiswald und Umgebung in Zukunft ihr Schlachtvieh auf dem Areal der Firma Mai AG in Dürrenroth vermarkten. Dort findet neuerdings jeden Monat ein überwachter Markt statt. Als mögliche Alternative steht zudem die Markthalle in Schüpbach zur Verfügung.

Was sagen die beim letzten Schlachtviehmarkt anwesenden Bauern dazu? Auf Nachfrage wird die Schliessung von Sumiswald zwar bedauert, aber angesichts der heutigen Mobilität mehrheitlich akzeptiert. Laut Hans­ulrich Leuenberger vom BEBV-Abrechnungsbüro hat sich bei ihm niemand beschwert. Die permanent höheren Auffuhrzahlen und die Lage seien zugunsten von Dürrenroth ausschlaggebend gewesen.

Die Zufriedenheit der Lieferanten basierte vermutlich auch auf den erzielten Verkaufspreisen. Die neutrale Schatzung von durchschnittlich 4,27 Franken je Kilogramm Lebendgewicht wurde nämlich um 33 Rappen überboten. Dies entspricht einem Mehrerlös pro Stück Schlachtvieh von gut 200 Franken.

In Zukunft wird Rindvieh im Sumiswalder Dorfzentrum nur noch an der traditionellen Emmentaler Alpabfahrt präsent sein.

04.12.2025 :: Ulrich Steiner (uss)