In der Nacht werden die Oberlichter der BLS-Werkstätte verdunkelt, um Lichtemissionen zu reduzieren. / Bild: zvg
Oberburg: Diese Woche starteten die Bauarbeiten für die neue BLS-Werkstätte. In den kommenden vier Jahren investiert das Bahnunternehmen 277 Millionen Franken in die Anlage.
Der Juli scheint der BLS Glück zu bringen. Vor 50 Jahren traf in diesem Monat die Baubewilligung für die heutige Werkstätte in Oberburg ein, in diesem Jahr jene für deren Um- und Neubau. «Wir sind stolz, den Terminplan eingehalten zu haben», sagte Projektleiter Benjamin Märklin an einer Information für Anwohnerinnen und Anwohner.
Benjamin Märklin, Sie haben den Terminplan nicht nur eingehalten, sondern gar übertroffen. Baustart wäre erst 2026 gewesen. Was lief so gut?
Der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir Themen früh angepackt haben. In-puts von aussen haben wir ernst genommen. Beispielsweise als es um die Baustellenzufahrt ging, die nun nicht über die Lochbachstrasse, sondern von der Emmentalstrasse her erfolgt. Zudem gab es nur zwölf Einsprachen und wir konnten alle erledigen. Nicht zuletzt verlief die Zusammenarbeit mit den kommunalen und kantonalen Behörden konstruktiv.
Sie haben die Bevölkerung mehrmals zu Infoanlässen eingeladen - was rege genutzt wurde.
Ja, es kamen immer gegen die 100 Personen. Und vor allem haben sich die Leute gemeldet, wenn etwas nicht stimmte. Wir möchten den Dialog auch während der Bauphase weiterführen und bieten zweimal pro Monat eine Sprechstunde vor Ort an.
Nun sind die ersten Baumaschinen aufgefahren. Auch von Unternehmen aus der Region? Immerhin geht es um ein Bauvolumen von 277 Millionen Franken.
Wir sind dem öffentlichen Beschaffungsrecht unterstellt. Somit können wir bei der Arbeitsvergabe nicht darauf achten, von wo eine Firma stammt. Bei kleineren Arbeiten werden wir den regionalen Aspekt eher berücksichtigen können. Auch das Generalunternehmen, das im Übrigen noch nicht bestimmt ist, kann selbstverständlich Offerten aus der Gegend den Zuschlag geben.
Die nächsten rund vier Jahre werden die Anwohnerinnen und Anwohner mit Lärm und mehr Verkehr leben müssen.
Ohne geht es leider nicht, doch wir versuchen, die Emissionen zu reduzieren. Wir bündeln lärmige Tätigkeiten und arbeiten vorwiegend tagsüber im Zwei-Schicht-Betrieb.
Welche Vorteile können Sie der Bevölkerung für später, wenn alles fertig ist, in Aussicht stellen?
Es wird rund 35 zusätzliche Arbeitsplätze geben, das Gewerbe und die Gastronomie werden von den insgesamt 100 Angestellten profitieren (siehe Artikel rechts). Eine weitere Verbesserung gibt es für den Radweg Hasle - Oberburg beziehungsweise für den Zugang zum Naherholungsgebiet an der Emme. Die geplante neue Unterführung kann sowohl von Radfahrern als auch von Fussgängerinnen genutzt werden.
Auch die Ökologie soll profitieren von der neuen Werkstätte.
Die Umweltökobilanz fällt positiv aus. So wird zum Beispiel der Waldrand aufgewertet und das Dach, soweit dies bei einem Bogendach möglich ist, begrünt und mit einer Photovoltaikanlage versehen. Wir treffen Massnahmen für Kleintiere und Amphibien, sammeln das Regenwasser für die Aussenreinigung der Züge und installieren eine Grundwasserwärmepumpe. Sensoren verhindern, dass im Aussenraum unnötig Licht brennt und gegen den Auenwald hin verzichten wir auf Fenster, was Lichtemissionen verringert.
Diese Woche starten die Arbeiten. Was steht als erstes an?
Beginnen werden wir mit dem Verschieben der Fussgängerinsel Emmentalstrasse zur Schaffung einer Zufahrt auf die neue Baupiste. Anschliessend beziehungsweise parallel wird die Baupiste von der Emmentalstrasse her erstellt.