Dominique Brüngger von Green-Y erklärt die Funktionsweise der nachhaltigen Energiespeicher. / Bild: Daniel Schweizer (sdl)
Hasle: Zur Erhöhung der Erfolgschancen von Startups braucht es Unterstützung aus Wissenschaft und Wirtschaft. Das war das Thema am Herbstanlass der Regionalkonferenz Emmental.
Das Emmental ist eine Region traditioneller Handwerksbetriebe. Wirtschaftliche Sicherheit und Risikovermeidung sind bei deren Gründung oberstes Gebot. Anders ein Startup - ein Jungunternehmen mit einem meist innovativen Geschäftsmodell, auf schnelles Wachstum bedacht und mit hoher Risikobereitschaft. Zwar ist die Zahl der Neugründungen nicht so hoch wie im Silicon Valley - nur 0,4 Prozent von Neugründungen im Kanton Bern entfallen auf das Emmental - aber es gibt die Startups auch hier. Am Herbstanlass der Regionalkonferenz Emmental von letzter Woche waren sie Thema.
Unterstützung der Fachhochschule
Bei der Förderung und Unterstützung von Neugründungen ist die Berner Fachhochschule BFH eine wichtige Akteurin. «Wir wollen mit unserem Angebot», so Lorenz Probst, Co-Leiter Entrepreneurship bei der BFH, «Macherinnen und Macher, also Personen und Firmen, welche die Gesellschaft voranbringen wollen, unterstützen.» Dies geschehe beispielsweise in praxisorientierten Modulen und Veranstaltungen für Studierende. Bestehende Startups könnten auf Unterstützung in ihrer Wachstumsphase oder bei der Optimierung ihres Geschäftsmodells zurückgreifen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor sei in jedem Fall, Innovation und Unternehmertum zusammenzubringen, betont Probst. «Innovation bedeutet, Kreativität zu materialisieren und marktfähig zu machen.» Dafür sei auch im Emmental die entsprechende Förderlandschaft gut. Wichtig sei, sich mit Talentorganisationen zu vernetzen, Austauschplattformen zu fördern und eine Clusterbildung anzustreben, um noch bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, so Probst.
«Wir bleiben in Sumiswald»
Unterstützung für Startups bietet auch die Moser-Baer AG aus Sumiswald, bekannt durch den Klassiker Bahnhofsuhr, aber auch durch weitere Produkte der Zeitmessung sowie der Medizinaltechnik. Der CEO Reto Reist sieht in den regionalen Nischen, der regionalen Markenstärke «Emmental» sowie im engen sozialen Netzwerk die fördernden Faktoren für Startups. Hemmend wirkten aus seiner Sicht hingegen die Infrastruktur, der Fachkräftemangel sowie die geringe Dichte an Startup-Hubs. Mit ihrer Unterstützung, so Reist, komme es zu einer Win-win-Situation. «Wir erhalten neue Ideen, stärken unsere eigene Innovationskultur und finden Zugang zu neuen Märkten und Kunden.» Sie unterstützten Startups von der Idee über die Produktion bis zur Marktreife von Produkten. Dazu gehöre allerdings auch zu lernen, mit Misserfolgen umzugehen. Zudem brauche es Geld und Geduld, um etwas durchziehen zu können. Als Beispiel führt Reist eine intelligente Kaffeemaschine an, entwickelt von einem Startup, produziert an ihrem Standort in Sumiswald. Nach dem kommenden Weihnachtsgeschäft werde entschieden, ob und wie es damit weitergeht. Auf eine Frage aus dem Publikum, warum die Firma ihren Sitz nicht längst an einen attraktiveren Standort verlegt habe, Reists kurze Antwort: «Wir kommen aus Sumiswald, wir sind in Sumiswald und wir bleiben in Sumiswald.»
Zwei Innovationen aus der Region
Am Anlass in der Gewerbehalle Dicki in Hasle dabei waren auch zwei Startups aus der Region. Dank einer intelligenten Steuersoftware der Firma Yuon Control aus Oberburg kann das Lastenmanagement von Wärmenetzen optimiert werden. «Mit der aktiven Steuerung der Energienachfrage und -verteilung können die Betriebskosten von Fernwärmenetzen um über 20 Prozent reduziert werden», so der CEO Sebastian Hersberger. Neben innovativen Kompressoren bringt das Startup Green-Y aus Hasle bei Burgdorf nachhaltige Energiespeicher auf den Markt. «Mit unserer patentierten Technologie», erklärt Dominique Brüngger, verantwortlich für Verkauf und Marketing, «kann Strom mit Hilfe von Druckluft gespeichert werden.» Damit würden die Funktionen einer Batterie und einer Wärmepumpe, nur unter Verwendung von Luft und Wasser, in einem System integriert, schilderte sie die Vorteile.