900 Jahre nachdem der Freiherr Thüring nach Trub gekommen ist

900 Jahre nachdem der Freiherr Thüring nach Trub gekommen ist
Alles begann mit dem Bau eines Klosters. Die Abtei ist Geschichte, die Kirche und die idyllische Landschaft sind geblieben. / Bild: zvg
Trub: Vielstimmig und geistreich ging der Festgottesdienst «900 Jahre Trub» letzten Sonntag unter der Leitung von Felix Scherrer über die Bühne.

«Nisi Dominus - frustra!» Diesen Satz, der sich einem einprägt, auch wenn man nicht lateinisch kann, stellte Pfarrer Felix Scherrer an den Anfang des Festgottesdiensts. Übersetzt heissen die Worte: «Wenn nicht Gott dahintersteht, ist alles umsonst!» Warum diese negative Formulierung, wenn es doch darum ging, 900 Jahre Trub und damit die Beständigkeit vieler Dinge zu feiern? Der sperrige Satz leitete einen Festgottesdienst ein, der Gestriges und Heutiges auf gelungene Weise miteinander verband.


Ein Freiherr als Gründer

Eine glückliche Hand und viel Ansehen musste der Gründer des Klosters gehabt haben, der edle Freiherr Thüring von Lützelflüh. «Bald nach Baubeginn kam es zu einem Baustopp, aber nicht wegen der Denkmalpflege», witzelte Felix Scherrer, «sondern weil Thüring und der Abt von St. Blasien sich uneins waren, wie das Kloster aussehen sollte.» 

Packend gab der Pfarrer in seiner Predigt weitere Eckpunkte der 900-jährigen Geschichte preis, deren Spuren bis heute an der Kirche sichtbar sind. Von den Quadern aus Sandstein aus der Gründerzeit an der Nordseite der Kirche über die vom Brand geröteten Eckpfeiler des Chorbogens bis zu der gestifteten Kanzel und Orgel.


Alphorn und Gfeller-Orgel

Zu Beginn begrüsste Felix Scherrer die Gemeinde auf lateinisch, der Sprache, die vor 900 Jahren in der Kirche gesprochen wurde. Und passend zur Gründungszeit sang die Gemeinde fast nur ökumenische Lieder. Lieder, die relativ unbekannt sind und die Festgemeinde herausforderten. Für neue Töne sorgten auch das Alphorn-Trio «I Cornuti» (Hans Stettler, Christian Lehmann, Reto Mettler) und Annerös Hulliger an der Gfeller-Orgel. Sie spielten «Triorg», eine Komposition von Hans Stettler. Der Dialog zwischen den drei Alphornbläsern und der Organistin hatte etwas Erfrischendes. Viel Glanz steuerte Annerös Hulliger im Ausgangsspiel an der grossen Orgel bei. Sie spielte die «Sinfonia» und das Choraltrio «Gott hat alles wohlgemacht» von Johann Sebastian Bach so hinreissend schön, dass man am liebsten getanzt hätte.


Prominente Gäste

Der Kirchgemeinderatspräsident Daniel Fankhauser, die Gemeindepräsidentin Michelle Renaud, Ursula Hadorn, Präsidentin der Bezirkssynode Oberemmental, und Judith Pörksen Roder, Präsidentin des Synodalrats, bereicherten den Festgottesdienst mit authentischen Grussbotschaften. Nicht nur die Geschichte der Kirche Trub, sondern auch der Festgottesdienst waren alles andere als frustra (vergeblich). Gaudeamus igitur, freuen wir uns also!

18.09.2025 :: Bettina Haldemann-Bürgi (bhl)