Hans Löffel und seine Tochter Marina präsentieren die Stute Hamira mit ihrem Fohlen Lorena sowie Stute Lisa mit Fohlen Leonie. / Bild: Karin Rohrer (krr)
Zollbrück: Hans Löffel ist leidenschaftlicher Züchter - schon über 50 Fohlen kamen in seinem Stall zur Welt. Seine zwei Zuchtstuten nennt der 72-jährige Emmentaler sein Hobby.
Die Schulbank hat Hans Löffel in Unterfrittenbach, Zollbrück gedrückt und im Lehn, einem Weiler oberhalb des Dorfes, hat er sein ganzes Leben gewohnt. Er war von klein auf um Pferde herum, fuhr als Zehnjähriger mit dem Freiberger die Milch in die Käserei. Eine Lehre konnte er nach der Schule nicht in Angriff nehmen, da durch Vaters Krankheit seine Arbeitskraft vonnöten war auf dem heimischen Betrieb. Bis 1974 wurde im Lehn noch mit den Pferden gearbeitet und es gab keine Autos. Mit der Mechanisierung wurden die Pferde überflüssig, aber dennoch durfte Hans mit seinem Vater eine Fohlenschau besuchen. «Und da wusste ich, dass ich Freiberger züchten will», erinnert sich Hans Löffel, der 1979 als 26-Jähriger den Betrieb seiner Eltern übernommen hat und bis zur Pensionierung als Landwirt arbeitete.
Glückstreffer Bianca
Den Zucht-Auftakt machte die damals knapp dreijährige Stute Züsi, welche 1975 gedeckt wurde. «Mit Züsi hatten wir neun Fohlen. Nach ein paar Jahren Züchterpech wollte ich eigentlich aufgeben. Das Schicksal meinte es jedoch gut mit mir und ich erstand 1992 die dreijährige Bianca», sinniert Hans Löffel, «und Bianca war wirklich ein Glücksgriff.» Sie hatte 16 Fohlen, die meisten davon waren an der Fohlenschau in den vorderen Rängen und zwei Hengstfohlen von ihr wurden später zu Zuchthengsten gekört. «Bianca war eine sehr fürsorgliche Mutter und liess in der ersten Woche nach der Geburt nur mich in ihre Box.» Von Bianca stehen heute mit Tochter Lisa und Enkelin Hamira zwei Zuchtstuten im Stall.
Hauptsache gesund und munter
Die Fohlen verkauft er jeweils nach der Schau, «mein persönlicher Jahres-Höhepunkt». Von den über 50 Fohlen aus seiner Zucht seien nur zwei in die Metzgerei, weil sie seinem Zuchtziel nicht entsprochen hatten. Die Farbe eines Pferdes spielt für den Züchter keine grosse Rolle. «Ich bevorzuge schon etwas die Fuchsfarbe, aber ich habe auch Freude an einem schönen Braunen. Wenn im Frühling ein gesundes Fohlen zur Welt kommt, ist es erstmal sowieso egal, wie es aussieht.» 1979 haben Hans und Vreni geheiratet. Während 34 Jahren hat Vreni Löffel nebst der Landwirtschaft auswärts gearbeitet, im Spital als Pflegehelferin.
Der Betrieb ist seit 2019 an den Schwiegersohn verpachtet, der Rinder zur Sömmerung da hat. Die vier Töchter Manuela, Ramona, Ursula und Marina sind längst ausgezogen, helfen mal bei Verladeübungen mit den Fohlen oder besuchen die Schau im Herbst. Zehn Enkelkinder zählen Löffels bereits.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und so verwundert es nicht, dass alle Kinder und Enkel musizieren, ist doch auch die Blasmusik seit 53 Jahren eine Leidenschaft von Hans Löffel. Sein Euphonium setzt er in der Musikgesellschaft Rüderswil sowie im Veteranenspiel ein und es kommen gut 80 Auftritte und Proben im Jahr zusammen.