Paul DiPietro erzielte beide Tore beim Sieg der Schweiz gegen Kanada. / Bild: Peter Eggimann (ped)
Am nächsten Sonntag vor 19 Jahren, am 18. Februar 2006, war Turin Schauplatz einer der grössten Sensatio-
nen der
Eishockey-Geschichte. Die Schweiz schlug an den Olympischen Spielen Titelverteidiger Kanada mit 2:0. Es war nach 28
Niederlagen und zwei Unentschieden an WM- und Olympiaturnieren seit 1924 der erste Triumph gegen die hoch
favorisierten Kanadier, die mit einem aus lauter NHL-Superstars bestehenden Team antraten. Unter den Schweizer Helden wimmelte es
nur so von ehemaligen und aktuellen Langnauern. Torhüter Martin Gerber, der vier Monate später mit Carolina den
Stanleycup gewann, brachte seine NHL-Kollegen mit der noch heute bestehenden Rekordzahl von 49 Paraden zur
Verzweiflung. «Ein Sieg für die Ewigkeit», erinnert er sich viele Jahre danach. «Ein Spiel, das für immer einen
festen Platz in der Eishockey-Geschichte haben wird.» Heute ist Gerber Headcoach der
U13-Young-Tigers. Dann Paul DiPietro, 1993 mit Montreal
ebenfalls Stanleycup-Gewinner. Ausgerechnet der Kanada-Schweizer erzielte gegen Kanada die beiden Tore. Mit 41
wechselte er mitten in der Saison 2011/12 vom NLB-Klub Sierre nach Langnau und war mit je sieben Toren und
Assists in den letzten 21 Spielen massgeblich am Ligaerhalt beteiligt. Zum Schweizer Olympiateam von Turin
gehörten auch der heutige Headcoach Thierry Paterlini, der damals für den ZSC stürmte, und Assistent Steve
Hirschi, der 2006 als Lugano-Verteidiger den bis heute letzten Meistertitel der Tessiner
gewann. Zwei Tage
vor der Sensation gegen Kanada hatten die Schweizer schon gegen einen weiteren «ganz Grossen» für Aufsehen
gesorgt – sie bezwangen Jaromir Jagrs Tschechen mit 3:2. Das in Unterzahl erzielte 2:1-Führungstor von Thierry
Paterlini war der Grundstein zum 3:2-Erfolg.
Die rechte Hand des Schweizer Cheftrainers Ralph Krüger war Assistent Köbi Kölliker, der die Langnauer 1998 als
Headcoach in die damalige NLA zurückführte. Das gleiche glückte 2015 Bengt-Ake Gustafsson. Der Ex-Langnauer führte
2006 in Turin die Schweden nach einem 6:2 im Viertelfinal gegen die Schweiz zum Olympiasieg und wenige Monate danach
auch noch zum WM-Titel.