Simon Moser sorgte mit seinem Tor dafür, dass die SCL Tigers grün trugen. / Bild: Peter Eggimann (ped)
Welcher Fan der SCL Tigers erinnert sich nicht an den 22. Januar 2011? Am Mittwoch nächster Woche ist es wieder so
weit. Da jährt sich der Tag der ersten Playoffqualifikation zum 14. Mal. In Rapperswil schlug die grosse Stunde. Mit
einem 3:2-Sieg sicherten sich die Emmentaler sechs Runden vor Schluss der Qualifikation vorzeitig die Teilnahme an
der Endrunde. Das «Goldene Tor» schoss der damals 21-jährige Simon Moser 14 Minuten vor Schluss. Bei ihrer Rückkehr
wurde die Mannschaft nach Mitternacht von Hunderten von Fans enthusiastisch empfangen und gefeiert. «Man hätte
meinen können, wir wären Schweizer Meister geworden», erinnert sich der damalige Verteidiger und heutige Headcoach
der U20-Elit-Junioren, Jörg Reber. «Von der Ortstafel Langnau an bis zum Stadion standen die Fans auf den Trottoirs
Spalier und jubelten uns zu. Eine solche Begeisterung habe ich vor und nachher nie erlebt, einfach
unvergesslich.»
Das ganze Emmental war stolz auf ihre Tigers, und das war auch nicht zu übersehen. Die Farben Rot-Gelb schmückten
wochenlang das «Hockey Country». Mehr noch - die ganze Eishockey-Schweiz freute sich mit den Langnauern. Sie waren
ein Thema in allen Medien, in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens und dem damals noch von Beni Thurnherr
moderierten Sportpanorama. Headcoach John Fust machte das vermeintlich Unmögliche möglich, aus dem Playoutkandidaten
wurde ein Playoffteilnehmer. Fust wurde von einer Jury, bestehend aus Vertretern des Eishockeyverbandes und
Medienleuten aus der ganzen Schweiz, mit dem «Swiss Hockey Award» ausgezeichnet – noch vor seinem Trainerkollegen
Arno Del Curto und NHL-Verteidiger Luca Sbisa. Ihre erste Playoffqualifikation
feierten die Langnauer auf ganz spezielle Weise, die landesweit für Aufsehen und Schlagzeilen sorgte. Das erste
Heimspiel als Playoffteam bestritten sie am 29. Januar gegen Davos mit einer Spezialbewilligung der
Nationalliga ganz in Grün. Die grüne Farbe symbolisierte den eingefärbten
Schriftzug in der Teletext-Tabelle, welcher die für die Endrunde qualifizierten Mannschaften kennzeichnete. Dass
das «historische» Spiel gegen Davos mit 1:6 verloren ging, war für die Fans zweitranging. Nach dem Erreichen des Höhepunktes und
dem ganzen Rummel lief mehr oder weniger nichts mehr.
Von den verbleibenden fünf Qualifikationsspielen gingen vier verloren, ebenso die Best-of-seven-Playoffserie
gegen den SC Bern mit 0:4. «Die Luft», erinnert sich Jörg Reber, «war, wie man so schön sagt, einfach draussen.»
Geblieben sind jedoch zahlreiche unvergessliche Erinnerungen, in welchen noch heute zahlreiche Tigers-Fans
schwelgen.