Die Melodiven begeisterten das Publikum im Entlebucherhaus. / Bild: Bernadette Waser-Unternährer (wbe)
Schüpfheim: Ohne Technik, nur mit ihren Stimmbändern und einem Piano – so gestalteten fünf Diven im Entlebucherhaus vor einem begeisterten Publikum einen Unterhaltungsabend.
«Einen wunderbaren Abend, bei dem man sich auf etwas gefasst machen kann», versprach Geschäftsführerin Simone Stenger. So wartete das Publikum am Sonntagabend im Entlebucherhaus in Schüpfheim gespannt auf den Auftritt der «Melodiven» – der «fünf Diven mit acht Stimmbändern und einem Piano». Im eleganten, schwarzen Abendkleid betrat die erste Diva die Bühne, verneigte sich vor den Gästen, setzte sich ans Piano und begann zu spielen. Ihr folgten vier weitere schwarz gekleidete Diven mit knallbunten Taschen und Hüten. Spielend wechselten die ausgebildeten Konzertsängerinnen von einem Stück und Musikstil zum anderen und interpretieren lupenrein Songs aller Musikrichtungen. Auf klassische Gesänge folgten Tänzchen, auf Rock und Pop Boogie-Woogies, Blues und Show-Einlagen.
Die Stimmen
Es gab keine Notenblätter, keine technischen Geräte, nicht einmal ein Mikrofon. Die Sängerinnen bestritten das Konzert allein mit ihren Stim-men. Mit Zeitungsrollen imitierten sie verschiedene Instrumente, Gitarren, Flöten, Tubas. Auch mit Fingern und Fingernägeln wurden Töne erzeugt, die das Publikum nachmachte. Singend packten die Damen ein Zeitungspaket aus, das sie zärtlich wie ein Baby in den Armen hielten und das eine Rose enthielt. Nach der Pause setzte sich die Pianistin wieder wortlos ans Piano. Die Sängerinnen sassen zuerst auf farbigen Klappstühlen, standen dann auf und griffen nach den mitgebrachten in allen Farben und Formen glänzenden Schuhen, die sie mit viel Harmonie und ohne Zickenkrieg tauschten und vertauschten. Als das Klavier verstummte, musizierten sie mit ihren Schuhen weiter.
Die Zugabe
Das Publikum reagierte mit einer Standing Ovation, worauf die Musikerinnen den Raum wortlos verliessen, sich verneigend zurückkehrten, wieder gingen, um danach mit dem Volkslied «Stägeli uf, Stägeli ab, juhe» wieder aufzutreten. Vor dem nächtlichen Heimweg folgte noch eine letzte Zugabe.