Neues Ärztezentrum nimmt Fahrt auf

Neues Ärztezentrum nimmt Fahrt auf
Noch sind die Untersuchungsliegen im Ärztezentrum nicht immer besetzt. / Bild: zvg
Langnau: Seit Dezember ist das Ärztezentrum am Ilfiskreisel geöffnet. Die Praxis ist momentan noch nicht ausgelastet, dennoch soll das Personal laufend aufgestockt werden – unter anderem mit einer Pflegeexpertin.

«Das Ärztezentrum Langnau ist gut gestartet», sagt Geschäftsführer Damian Meli, der unter dem Namen Espace Health Group AG noch an fünf weiteren Standorten Arztpraxen betreibt. Die Praxis habe zum jetzigen Zeitpunkt einen Patientenstamm von rund 400 Personen, täglich kämen neue Anmeldungen hinzu. Pro Tag werden laut Meli im Moment etwa zehn Patientinnen und Patienten behandelt, auch solche, deren Hausarztpraxis Ferien hat oder keinen kurzfristigen Termin anbieten kann. Kapazitäten für weitere Patienten seien vorhanden. «Wir sehen für die Ärzteschaft mittelfristig 300 bis 500 Stellenprozente vor und bauen laufend aus», so Meli. Aktuell sind mit Alina-Iuliana Batali und Benjamin Willi eine Ärztin und ein Arzt in Langnau beschäftigt. Beide sind jedoch nicht ständig vor Ort, sondern auch in anderen Praxen der Gruppe anzutreffen. Er rechne aber damit, dass beide ab Sommer fix im Ärztezentrum in Langnau sein werden, sagt Meli. Auch bei den me­dizinischen Praxisassistentinnen ist ein laufender Personalausbau geplant. Bei Engpässen und Vertretungen helfe sich das Personal der verschiedenen Praxen gegenseitig aus. Doch bietet diese Lösung den Patientinnen und Patienten eine genügend konstante Betreuung? «Ja, darauf legen wir wert», sagt Damian Meli. Aber: Es könne für Patienten auch wertvoll sein, wenn sich einmal ein anderer Arzt ihr Problem anschaue.


Apotheke im gleichen Haus

Ab 1. Februar ergänzt eine «advanced practice nurse», also eine höher ausgebildete Pflegefachfrau, das Team. Solche Pflegeexpertinnen können gewisse ärztliche Aufgaben übernehmen. «Zum Beispiel einen viralen Infekt behandeln oder eine Medikamentenanpassung vornehmen», sagt Meli. Er ist überzeugt: «Pflegeexpertinnen können die Grundversorgung ideal ergänzen und für grosse Entlastung sorgen.» Zur Gruppenpraxis gehört auch eine Apotheke, die sich im gleichen Gebäude befindet. Dieses Modell setzt Damian Meli bereits in Langenthal um. Nach zwei Monaten zieht er auch in Langnau eine positive Bilanz: «Die Leute schätzen die Möglichkeit, ihre Medikamente gleich nach der Untersuchung abholen zu können». Ausserdem ermögliche die Nähe zwischen Praxis und Apotheke, dass die Fachpersonen enger zusammenarbeiten und sich unkompliziert absprechen können.

01.02.2024 :: Regine Gerber (reg)