Der geplante Abbau von Waldhaus II erfolgt nahtlos Richtung Westen an die bereits bestehende Kiesgrube. / Bild: Daniel Schweizer (sdl)
Lützelflüh: Die Kiesgrube unterhalb Waldhaus bei Lützelflüh soll erweitert werden. Die neue Grube könnte Kies für knapp 30 Jahre liefern. Noch sind Einsprachen hängig.
Am Standort Gumpersmüli unterhalb Waldhaus bei Lützelflüh wird seit 1977 Kies abgebaut. Die bewilligten Reserven reichen noch für knapp drei Jahre. Jetzt plant die Betreiberin, die Waldhaus Kies AG, eine Abbauerweiterung. Gemäss der vorliegenden Überbauungsordnung soll der Kiesabbau nahtlos Richtung Westen fortgesetzt werden. Das Erweiterungsgebiet ist im regionalen Richtplan Abbau, Deponie, Transporte (ADT) der Regionalkonferenz Emmental festgesetzt. Damit ist eine planungsrechtliche Grundvoraussetzung für die vorliegende Nutzungsplanung gegeben.
Sukzessive Rekultivierung
Mit der geplanten Erweiterung läge gemäss Bernhard Hirschi von der Betreiberin ein Abbauvolumen von 1,5 Millionen Kubikmeter in einem geschätzten Zeitraum von 25 bis 30 Jahren vor; eine weitere künftige Ausbauetappe wäre grundsätzlich möglich. Auffüllung und Rekultivierung erfolgten sukzessive dem Kiesabbau. «Das Ziel ist», so Hirschi, «eine minimal offene Fläche.» Das Projekt sei in mehrere Abbauetappen aufgeteilt. Diese Etappen würden einzeln freigegeben, sofern die Auflagen an die Rekultivierung erfüllt seien.
Abnehmer des Kieses seien Kiesunternehmungen aus dem Emmental sowie örtliche Baufirmen, sagt Hirschi. Beim Kies, sogenanntes Wandkies, handle es sich übrigens «um sehr gutes Rohkies». Die Aufbereitung und Weiterverarbeitung zu Beton und Asphaltbeton erfolge in den regionalen Kieswerken.
Massnahmen für den Umweltschutz
Die Wiederauffüllung erfolge mit unverschmutztem Aushubmaterial, so Hirschi. Die Materiallieferungen würden beim Ablad und vor dem Einbau kontrolliert. «Die Auffüllung und die Endgestaltung schliessen grundsätzlich an bestehende Geländeformen an und ermöglichen die nachfolgende landwirtschaftliche Nutzung.» Als begleitende Massnahme werde entlang offener Geländeabschnitte das Aufkommen von Hecken und Sträuchergruppen zur Vernetzung gefördert. Zudem bestehe ein Pflegekonzept für die Lebensräume der definierten Zielarten wie Zauneidechse, Geburtshelferkröte und Eiblättriges Schlangenmaul, erklärt Bernhard Hirschi. Die Umsetzung werde über die gesamte Projektdauer von der Stiftung Landschaft und Kies (SLK) realisiert und überwacht, betont er.
Im Juni vor Gemeindeversammlung
Es seien Einsprachen eingegangen, so die Auskunft von Kurt Baumann, Gemeindepräsident von Lützelflüh. Diese beträfen hauptsächlich die Endgestaltung der Topografie, um nach der Rekultivierung des Geländes wieder eine möglichst optimale landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen. Auch die Grundwasserfassung und der Grundwasserschutz im Gebiet Bleiche seien Gegenstand von Einsprachen. «Diese Punkte waren uns aber bekannt und können sicher innert nützlicher Frist bereinigt werden. Wir sind somit zuversichtlich, das Geschäft am 5. Juni der Gemeindeversammlung vorlegen zu können», so Kurt Baumann.