Der neue Pächter, Bernhard Tscherne (links), die bisherigen Wirtsleute Markus und Doris Zürcher und Matthias Zehnder von der IG Grütli (rechts). / Bild: Rudolf Burger (bur)
Wasen: Jetzt ist bekannt, wer die Nachfolge von Markus und Doris Zürcher im Restaurant Grütli antreten wird. Bereits ab 1. April wirtet der Gastronom Bernhard Tscherne.
Das Restaurant Grütli in Wasen hat Zukunft. Um diesen Umstand zu verkünden, konnte Pfarrer und IG-Präsident Matthias Zehnder am Montag an einer Pressekonferenz passende Worte einem biblischen Gleichnis entlehnen: «Die Saat ist aufgegangen», sagte er, «und wir sind doppelt stolz; wir haben einen Käufer für das Grütli und auch einen Pächter gefunden.» Übernommen wird die Liegenschaft von der Liestaler Firma Kupferhof AG; Pächter wird der mit einer Schweizerin verheiratete 43-jährige Österreicher Gastronom Bernhard Tscherne.
Ausgebracht wurde die Saat fürs Grütli im November 2021 mit der Gründung der Interessengemeinschaft Grütli. Diese setzte es sich zum Ziel, nach dem angekündigten Rückzug der Wirtsleute Doris und Markus Zürcher dafür zu sorgen, dass dem Grütli das Schicksal so vieler Beizen – die Schliessung – erspart bliebe. Das gelang wohl auch deshalb, weil die IG bis dato 171´000 Franken für künftige Investitionen ins Grütli sammeln konnte.
«Ussufete» am 25. März
Und so geht es weiter: Am 25. März ist, wie Doris Zürcher es nannte, «Ussufete» im Grütli, danach werde geputzt. Schon am 1. April wird das Restaurant unter der Leitung von Bernhard Tscherne mit dem weitgehend bisherigen Personal wieder eröffnet. Der neue Pächter will schweizerisch-österreichische Küche anbieten, das heisst, neben bekannten Gerichten wie «Hörnli u Ghackets» wird sich der Gast auch an Tafelspitz, Semmelknödel und Kaiserschmarrn erfreuen können.
Der neue Wirt ist ein weitgereister Mann. Gearbeitet habe er in Österreich, Singapur, New York, in Gstaad, auf dem Schiff, beim EHC Biel und zuletzt im Schweizerhof in Bern.
«Das Herz muss Ja sagen»
Er sei seit acht Jahren auf der Suche nach einem für ihn passenden Restaurant, sagte Tscherne an der Pressekonferenz. «Wenn ich eine Beiz übernehme, dann muss das Herz Ja sagen.» Das Grütli sei ein Ort, wo er sich «heimelig» fühle; es sei eine schöne Aufgabe, die Qualität des Grütli zu erhalten, er blicke zuversichtlich «aber auch ein bisschen nervös» in die Zukunft. Lauter glückliche Gesichter sah man also an diesem Treffen im Grütli Wasen. Neben dem neuen Pächter die alten Wirtsleute, und auch der Vorstand der Interessengemeinschaft war vollständig versammelt. Für die IG machte Präsident Zehnder klar, dass die Arbeit weitergehe: «Wir wollen das Grütli weiterentwickeln, ohne dass es seinen Charme verliert.» Es müsse investiert werden, zum Beispiel auch in eine Gartenterrasse. Vorerst aber muss mit dem neuen Wirt darüber verhandelt werden, ob das Grütli vielleicht neu auch am Sonntagmorgen seine Türen öffnen könnte. Der Pfarrer – und wohl auch einige seiner Schäfchen – würde gerne nach der Predigt zum Frühschoppen ins Grütli wechseln.