Wegen einer alten Geschichte gehen sich bald alle an den Kragen. / Bild: zvg
Marbach: Im neuen Stück des Theatervereins müssen verschiedene Leute ihre Geheimnisse lüften, bis auch «Chrischte’s Gheimnis» schliesslich ans Tageslicht kommt.
Theaterspielen hat in Marbach eine lange Tradition. Theaterfreudige Marbacher aus dem Jodlerklub gründeten am 3. März 1990 den Theaterverein Marbach mit der Absicht, grössere Stücke zu spielen. Noch im selben Jahr führten sie zwischen Weihnachten und Neujahr ihr erstes Theaterstück «Anuschka» auf.
Über 32 Jahre sind seither vergangen. «Eigentlich treten wir jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr auf. Während der letzten beiden Pandemiejahre konnten wir aber nicht spielen. Somit ist ‹Chrischte´s Gheimnis› unser 30. Theaterstück», sagt Regisseur Heinz Lötscher.
Die wandelnde Dorfzeitung
«Chrischte´s Gheimnis.» In diesem Volksstück nach einer Erzählung von H. v. Schmid, bearbeitet von Annelis Kreienbühl, treten unter der Regie von Heinz Lötscher und Corinne Lötscher auch die Gründungsmitglieder Willi Lötscher als Chrischte und Hanny Zihlmann als Erna Staub auf. Mehrere Darstellerinnen und Darsteller sind zudem miteinander verwandt. So spielen etwa die Geschwister Jonas und Jasmin Stadelmann in «Chrischte´s Gheimnis» Vater und Tochter Schmid.
Welches Geheimnis trägt der Sägereiarbeiter Chrischte mit sich herum? Mädi Vögeli, die personifizierte Dorfzeitung, scheint es zu wissen. Aufgeregt stürmt sie ins Arbeitszimmer der Familie Schmid und sucht Chrischte, der aber nicht da ist. So verkündet Mädi halt den Anwesenden die Ankunft der geheimnisvollen, fremden Frau, die sie auf der Post angetroffen habe. Vreni und Rosa wissen noch nichts von ihrem neuen Gast, beauftragen aber schon Magd Käthi damit, das Gästezimmer einzurichten.
Der verschwundene Onkel
Danach entwickelt sich zwischen Grossmutter und Enkelin ein spannendes Gespräch über die Familientragödie, den verheerenden Brand der Sägerei vor Jahren und den seither verschwundenen Onkel, der für tot erklärt wurde. Grosi Rosa will aber nicht glauben, dass ihr Sohn nicht mehr lebt. Die Ankunft des angekündigten neuen Gastes unterbricht schliesslich das Gespräch.
In der Pause rätselte auch das Publikum über das Schicksal des verschollenen Onkels. Alle warteten gespannt auf den zweiten Akt, der in der Gartenlaube spielt, wo Vreni und Rosa Schmid mit Nachbarin Erna und ihrem Sohn Dani am Tisch sitzen. Und plötzlich ist sie wieder da, die Dorfzeitung Mädi. Sie verkündet die Ankunft eines Mannes, auf den niemand gewartet habe. Es ist ein Tessiner Holzhändler, der aber etwas anderes im Sinn hat als Holz. Und da ist auch noch der arbeitsscheue Landstreicher Sterchi. Welche Absichten hat er? Die Situation wird immer verworrener, bis Frau Bachmann dazukommt und der Familie die Verlobung von Vreni und Dani mitteilt. Nicht allen gefällt diese freudige Nachricht. Was liegt da noch alles im Dunkeln?
Auch im dritten Akt ist Mädi wieder zur Stelle. Nur will ihr jetzt niemand mehr zuhören. Die Familie sitzt zusammen, möchte endlich Ruhe haben und nichts mehr von der alten Geschichte hören. Aber wo ist Chrisch-te? Ein dramatischer Zwischenfall bringt überraschend alles ans Licht.
«Dinner for one»
Auch an der Silvestervorführung werde es eine Überraschung geben, sagt Heinz Lötscher. «Um Mitternacht werden wir zusätzlich den Silvester-Klassiker ‹Dinner for one› aufführen. Das haben wir schon zum 20-Jahr-Jubiläum gemacht und machen es an jedem runden Jahrestag wieder.» An Silvester kann man auch das Jubiläumsessen geniessen. Und neu besteht die Möglichkeit, sich vor den Abendaufführungen zu verpflegen.