Der 19-jährige Cédric Aeschbach schoss gegen Zug sein erstes Tor in der National League. / Bild: Peter Eggimann (ped)
SCL Tigers: Corona hat nun auch noch den Spielbetrieb der Emmentaler über den Haufen geworfen. Das Heimspiel vom Dienstag gegen Lausanne musste abgesagt werden.
Die National League hat die Voraussetzung zur Bestreitung eines Meisterschaftsspieles festgelegt. Stehen zur Bildung einer Mannschaft – wegen positiver Tests, Isolation, Quarantäne oder/und Verletzungen – weniger als 15 Feldspieler und ein Torhüter mit A-Lizenz (15 + 1-Formel) zur Verfügung, dann kann eine Partie abgesagt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Dies war bei den SCL Tigers wenige Stunden vor dem Heimspiel gegen Lausanne der Fall. Mehrere Spieler wurden positiv getestet, waren krank oder verletzt und so konnten die Emmentaler nicht einmal mehr das Minimum an Spielern aufbieten. Ausgerechnet sie, die in ihren 41 Spielen von allen Klubs der höchsten Spielklasse bisher am meisten Spieler eingesetzt haben.
Total 42 figurierten in dieser Saison mindestens einmal auf dem Matchblatt: 6 Torhüter, 14 Verteidiger und 22 Stürmer. Das ist der Höchstwert vor Servette, Lugano und Ajoie mit je 37 verschiedenen Spielern sowie Lausanne mit 35. Ob sich die Situation bis zum heutigen Auswärtsspiel in Biel und bis zum morgigen Heimspiel gegen Lugano ändert, steht in den «Corona-Sternen».
Erstmals mehr trainieren als spielen
Fest steht hingegen, dass danach die NLA-Qualifikation wegen den Olympischen Winterspielen in Peking für einen Monat unterbrochen wird und für die SCL Tigers am 25. Februar mit dem Derby in Bern wieder beginnt. Reichlich Zeit also für den neuen Headcoach Yves Sarault, um mit der Mannschaft erstmals seit seiner Verpflichtung mehr und intensiver trainieren zu können als zu spielen. In der ersten Arbeitswoche des Kanadiers standen innerhalb von sechs Tagen vier Spieltage mit verkürzten Trainings auf dem Programm, ein freier Tag sowie ein einziges Training mit vollem Umfang. Es verwunderte deshalb nicht, dass die stark ersatzgeschwächten Langnauer mit nur einem einzigen Ausländer und dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Goalie Punnenovs nach nur sechs Minuten auswärts gegen Meister Zug mit 2:8 die elfte Niederlage hintereinander erlitten.
Damit wurde die längste negative Serie aus der Saison 1998/99, der ersten Meisterschaft nach der Rückkehr in die damalige Nationalliga A, egalisiert. Die Höhe der Niederlage entsprach allerdings nicht ganz dem Spielverlauf. Vier Minuten und elf Sekunden vor Schluss stand es erst 4:2 für die Zuger. Doch dann leisteten sich die Emmentaler einmal mehr unnötige Strafen und kassierten neben einem Gegentor in Überzahl (Shorthander) auch noch drei weitere in Unterzahl.