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«Handgranaten werfen als Sportdisziplin»

«Handgranaten werfen als Sportdisziplin»
Bei gewissen Wettkämpfen gehört auch ein Hürdenlauf dazu. / Bild: zvg
Dreikampf: Kommendes Wochenende wird Arnisäge Austragungsort einer speziellen Sportart. Der Unteroffiziersverein Langnau und Umgebung (UOV) lädt zum 45. Berner Dreikampf ein.

«Der UOV wurde 1935 mit dem Ziel gegründet, die militärische Ausbildung zu ergänzen und die sportliche Fitness der Mitglieder zu erhalten und zu optimieren», sagt Daniel Wampfler, heutiger Präsident des Vereins und im Militär Wachtmeister. Der Verein zählt heute rund 70 Mitglieder. Die Mitglieder stammen aus allen Kreisen: Offiziere, Unteroffiziere, Soldaten, Junioren, Frauen, Männer jeglicher Alterskategorien ziehen am gleichen Strick. Erfahrene und Anfänger sind willkommen.


Auch etwas für Dienstuntaugliche

An den nationalen Wettkämpfen dürfen auch Dienstuntaugliche mit von der Partie sein. «Wir treffen uns monatlich ein bis zweimal zu unseren Aktivitäten», führt Wampfler weiter aus. So stehen auf dem Übungsprogramm Märsche, Waffenläufe, Biathlon, Orientierungsläufe und Wandern. Die Teilnahme am Feldschiessen ist ein Muss. Sportliche Aktivitäten und die unkomplizierte und herzhafte Kameradschaft stehen stets zuoberst auf der Traktandenliste. In der Schweiz üben rund 3´000 Personen diesen Sport aus.


Arnisäge steht heuer im Mittelpunkt

Der 45. Berner Dreikampf, der traditionsgemäss alle Jahre durchgeführt wird, wurde coronabedingt auf dieses Jahr verschoben. «Bereits sind zahlreiche Anmeldungen eingegangen. Wir erwarten rund 30 aktive Zweiergruppen, 20 Junioren und ungefähr 12 Kids», führt der Organisator aus. Es werden auch Teilnehmer aus dem Ausland dazu stossen. Früh am Morgen erfolgt die Startnummern-Ausgabe. Die Aktiven messen sich im Rahmen eines Dreikampfes im 300- Meter-Schiessen, üben im Handgranaten-Ziel- und -Weitwerfen – wer kennt schon nicht von der militärischen Laufbahn her die Ankündigung «Achtung eine HG» – und absolvieren einen Orientierungslauf mit 24 Posten bei einer Zeitvorgabe von 60 Minuten. Die Veteranen, ab dem 60. Altersjahr, messen sich in einem speziellen Programm. So sind Distanzen zu schätzen, zum Beispiel zwischen dem Gasthof und einer Waldecke, ebenso werden Waffen- und Fliegerkenntnisse getestet. Die Treffsicherheit und ihre physische Präsenz können die «Oldies» beim HG-Werfen unter Beweis stellen. Schüler und Kinder messen sich im 50-Meter Kleinkaliber-Schiessen und werfen Tennisbälle. Auch ein Orientierungslauf ist zu absolvieren.  Die Festwirtschaft beim Wettkampfzentrum zur Stärkung der Teilnehmer ist bereits ab Spielbeginn offen. Ohne freiwillige Helferdienste geht es auch an diesem Anlass nicht. 27 freiwillige Helfer sorgen für Sicherheit an den Posten und für gaumenfreundliches Catering. Die Sieger werden mit Naturalpreisen wie Honig, Fleischplättli und Emmentaler Süssigkeiten sowie Diplome belohnt. Finanziert wird der Anlass mit Teilnahmebeiträgen und der Festwirtschaft.


Internationale Wettkämpfe

«Während der 46. Berner Dreikampf nächstes Jahr in Thun stattfinden wird, knüpfen wir auch auf internationaler Basis Verbindungen» erläutert Wampfler weiter.  Bereits 1963 wurde die internationale Organisation Confédération Interalliée des Sous-Officiers de Réserve (www.cisor.info)  von fünf mitteleuropäischen Staaten inklusive der Schweiz gegründet. Zwischenzeitlich zählt die Vereinigung über fünfzehn Mitgliedstaaten. Alle zwei Jahre geht der Verein mit einer Truppe an die Europameisterschaften ins Ausland. Bei grossem Teilnahmeinteresse ist eine wettkampfmässige Vorqualifikation erforderlich. Vor zwei Jahren fanden die Europameisterschaften im hohen Norden, in Finnland statt. Ein Schweizer Team hat die Bronzemedaille gewonnen. Als toller Nebeneffekt nehmen die Teilnehmer jeweils die Gelegenheit wahr, die Kulturen, Städte und Landschaften fremder Länder zu erkunden und Freundschaften zu knüpfen. Alle zwei Jahre alternierend stellt im kommenden Jahr die Schweiz das Präsidium und lädt daher die Mitgliedsländer zu den internationalen Wettkämpfen ein. 2024 wechselt das Präsidium nach Deutschland. «Wir freuen uns schon heute auf den Wettbewerb im nördlichen Nachbarland. Doch vorerst denke ich an den bevorstehenden Anlass in Arnisäge, wo alle involvierten Helferinnen und Helfer für eine erfolgreiche, reibungslose Durchführung sorgen werden», sagt Wampfler überzeugt.

16.09.2021 :: Pedro Neuenschwander (pnz)