Übungen, die mit Wasser zu tun haben, gefallen mir besonders gut

Übungen, die mit Wasser zu tun  haben, gefallen mir besonders gut
Dominic Antrobus wird vom Teamkollegen Adrian Zürcher (links) beim Wasserspritzen unterstützt. / Bild: Schüpbach Rebekka (rsz)
Bowil: Für Dominic Antrobus kann der Traum, selber mal ein Feuerwehrauto zu lenken, Wirklichkeit werden. Bis dahin lernt er in der Jugendfeuerwehr, was er für spätere Einsätze können muss.

«Heute lautet das Thema ‹Wasser Halt!›» instruiert der Ausbildner Fritz Fankhauser vor dem Magazin die versammelten Bowiler Feuerwehrmänner – Frauen sind momentan keine dabei. Unter ihnen sind diesmal auch die Rekruten und der einzige Jugendfeuerwehrler der Feuerwehr Region Langnau, Dominic Antrobus. Für den 15-Jährigen ist es erst die dritte Übung überhaupt. «Ich liess mich im Januar 2021 in der Schule einschreiben», erzählt der angehende Elektromonteur. «Es hat mich einfach angesprochen.» Besonders beeindruckten ihn schon damals die Fahrzeuge. Bis er selbst so eines fahren und die entsprechende Prüfung ablegen kann, braucht er allerdings noch etwas Geduld.

Zuerst müssen andere Fertigkeiten erlernt werden, wie etwa Seile richtig zu verknoten, Schläuche auszurollen oder die Leiter zu setzen. «Einige Übungen brauchen extrem viel Kraft», verrät Dominic Antrobus, der in seiner Freizeit gerne sportlich auf dem Velo oder den Skiern unterwegs ist.


Feuer löschen mit wenig Wasser

Jetzt heisst es, alle Mann verschieben zum Bahnhof. Dort wird das Tanklöschfahrzeug in Position gebracht, die Schläuche ausgerollt. Nun ist Teamarbeit gefragt: Dominic ergreift das sogenannte Hohlstrahlrohr und versucht – unterstützt vom Teamkollegen Adrian Zürcher – mittels Wasserstrahl einen Unihockeyball von einer Pylone hinunter in den Eimer dahinter zu befördern. Es gehe um zielgerichtetes Löschen, erklärt der Ausbildner und fragt rhetorisch in die Runde: «Wie löscht man das Feuer mit möglichst wenig Wasser?» Dies sei nämlich nicht nur bei Wassermangel wichtig, sondern auch um unnötige Wasserschäden an Gebäuden zu vermeiden. 

Nach ein paar Übungsgängen werden die Schläuche wieder eingerollt und auseinandergeschraubt. Dann folgt ein Wettkampf der Zweierteams gegeneinander: Jedes Team muss möglichst schnell die Wasserleitung erstellen und mit dem Hohlstrahlrohr den Eimer mit Wasser füllen. Inzwischen ist Dominic Antrobus sichtlich in seinem Element. Kein Wunder, denn ihm gefallen «alle Übungen, die mit Wasser zu tun haben», besonders gut. Am Schluss belegt sein Team zwar den letzten Platz, aber Dominic nimmt es gelassen. Schliesslich bleiben ihm noch fast drei Jahre zum Üben, bis er bei richtigen Einsätzen dabei sein darf. Schon wird er zur nächsten Übung gerufen. Bleibt eine letzte Frage zu klären: In welchem Bereich innerhalb der Feuerwehr möchte er sich später spezialisieren? Die Antwort kommt schnell: «Ich möchte Maschinist werden.»

Mit 20 kommt kaum mehr jemand zu uns

«Von unseren 39 Mann in Bowil waren 13 vorher in der Jugendfeuerwehr», sagt der Leiter der Jugendfeuerwehr Region Langnau, Hans-rudolf Wüthrich. Mit diesem Beispiel unterstreicht er die Wichtigkeit der Organisation. Denn im Alter zwischen 14 Jahren bis zum Eintritt in die «richtige» Feuerwehr ab dem 18. Geburtstag seien Jugendliche besonders begeisterungsfähig. «Mit 20 Jahren kommt kaum mehr jemand neu zu uns.» Um junge Leute anzuwerben, besucht Wüthrich einmal pro Jahr die Schule in Bowil. Zusätzlich gibt es jeweils einen Rekrutierungstag auch für Erwachsene. Neueinsteiger, die älter als 18 Jahre alt sind, trainieren als Rekruten während einem Jahr zusammen mit der Jugendfeuerwehr. Danach können sie entscheiden, ob sie aussteigen oder weitermachen möchten. Für diejenigen, die bleiben, folgen im zweiten Jahr Kurse der Gebäudeversicherung Bern (GVB). Danach ist man bereit um bei Einsätzen aufgeboten zu werden.

16.09.2021 :: Schüpbach Rebekka (rsz)