Drei Kränze für das Emmental und Wenger als Sieger

Drei Kränze für das Emmental und Wenger als Sieger
Die Emmentaler Kranzgewinner: Sempach, Gäumann und Aeschbacher. / Bild: Barbara Loosli (blo)
Schwingen: Kilian Wenger gewann gegen Ruedi Roschi nach wenigen Sekunden und sichert sich nach 2014 zum zweiten Mal den Sieg beim traditionellen Bergkranzfest auf dem Brünig.

«Wir kennen uns sehr gut und ich hatte schon beim Greifen ein gutes Gefühl. Dass es so schnell ging, freut mich natürlich besonders. Ich bin überglücklich über meinen zweiten Brünigsieg.» Dies die Worte von Wenger nach dem Schlussgang.


Wicki musste passen

Bereits vor dem Fest sorgten zwei potenzielle Sieganwärter für Schlagzeilen. So mussten sich die Schlussgangteilnehmer vom Eidgenössischen in Zug  verletzungsbedingt abmelden. Dem Schwingerkönig Christian Stucki bereitete eine Entzündung im Rücken Probleme. Der Sörenberger Joel Wicki musste nach dem Abschlusstraining sein ursprünglich geplantes Comeback verschieben. 

Für die beiden Abwesenden steht das Bernisch-Kantonale als nächstes auf dem Programm. Gut möglich, dass sie sich dabei bereits im ersten Gang die Hand reichen. Es wäre das erste Aufeinandertreffen seit dem Schlussgang in Zug. Ebenfalls auf einen Einsatz verzichten musste Remo Käser, welcher sich mit dem Corona-Virus infizierte.

So rückte nun auf dem Brünig der Emmentaler Matthias Aeschbacher noch mehr in den Fokus des absoluten Topfavoriten, schliesslich konnten der «Schwinger der Stunde» in dieser Saison bereits bei drei Gauverbandsfesten als Sieger reüssieren.

Aeschbacher startete fulminant und gewann beim ersten Zusammengreifen mittels Innerem Hacken gegen Patrick Räbmatter. «Ich habe schon mehrmals gegen Räbi geschwungen, seine Gardemasse sind schon speziell, daher bin ich froh, konnte ich so starten.»


Sempach mit harzigem Start

Der zweite Emmentaler Eidgenosse, Thomas Sempach war gegen Andreas Döbeli zwar sehr aktiv, kam jedoch nicht zum Sieg. Auch im zweiten Gang teilte der Routinier die Punkte und verabschiedete sich bereits früh aus der Entscheidung um den Sieg. Für den Kranzgewinn sollte es am Ende dennoch reichen. Sempach beendete das Fest im geteilten fünften Rang. 

Derweilen startete der junge Lars Zaugg, mit zwei Siegen in den Wettkampf. Unter seinen Opfern der Nordwestschweizer Roger Erb, den er bereits am Seeländischen, bei seiner Kranzpremiere bezwang. Heute sollte dieser Exploit jedoch nicht zum ersten Bergkranz reichen. Für die ganz grosse Überraschung sorgte ein anderer aufstrebender Berner. Adrian Walther aus Habstetten düpierte im dritten Gang den Eidgenossen Sven Schurtenberger und nahm damit die letzte grosse Hoffnung der Innerschweizer aus dem Rennen um den Tagessieg.


Berner Duelle nach dem Mittag

Zur Halbzeit wurde die Rangliste von nicht weniger als fünf Oberländern angeführt. Nach dem Mittag standen mehrere hochkarätige Direktpaarungen an. Die absolute Spitzenpaarung zwischen Matthias Aeschbacher und  Kilian Wenger endete dabei gestellt. 

Mit diesem Resultat konnte der Oberländer besser leben, für Aeschbacher war der Zug für den Schlussgang somit abgefahren. Diese Chance winkte nun plötzlich Stefan Gäumann, welcher nach dem Sieg über Urs Doppmann auf dem zweiten Zwischenrang lag. 


Gäumann mit erstem Bergkranz

Sein zugeteilter Gegner Kilian Wenger, war jedoch eine zu hohe Hürde. Wenger sicherte sich mit dem Sieg den Schlussgang. Gäumann konnte nach einem weiteren Sieg am Ende dennoch seinen ersten Brünigkranz bejubeln. Dies strebte auch Gustav Steffen an, welcher nach fünf Gängen noch bestklassierter Emmentaler war. Leider verpasste der Turnerschwinger dieses Ziel nach einem Gestellten gegen Curdin Orlik. Und dies um das berüchtigte Vierteli. Colin Schlüchter musste gegen Patrick Räbmatter eine Niederlage hinnehmen. Dasselbe Schicksal widerfuhr auch Adrian Gäggeler, der gegen Marco Reichmuth den Kürzeren zog.  Beide verpassten das Eichenlaub somit erst im letzten Gang. Besser erging es Matthias Aeschbacher, der sich wie Thomas Sempach und Stefan Gäumann ebenfalls den Kranz holte.

«Mein Fokus lag ganz klar auf dem Kranzgewinn»

Der 24-jährige Stefan Gäumann aus Häutligen konnte heuer am Bergkranzfest auf dem Brünig seinen ersten Bergkranz sichern.


Stefan Gäumann, wie ordnen Sie den Kranzgewinn auf dem Brünig ein?

Dieser Kranz bedeutet mir sehr viel. Aber ich bin nach wie vor auch sehr stolz auf meine Leistung am Eidgenössischen in Zug, wo ich den Kranz nur knapp verpasst habe. In Erinnerung bleibt sicher auch mein erster Kranz am Emmentalischen 2014.


Wann spürten Sie, dass es heute klappen könnte?

Ich reiste mit dem Ziel an, den Kranz zu gewinnen. Nach dem Sieg im vierten Gang gegen Urs Doppmann wusste ich, dass es heute klappen kann. 


Im fünften Gang konnten Sie sogar um die Schlussgangteilnahme schwingen. War Ihnen diese Ausgangslage bewusst? 

Ja klar. Aber mein Fokus lag ganz klar auf dem Kranzgewinn. Gegen Kilian Wenger hatte ich ja dann auch nicht viel zu melden. 


Leider fand das Schwingfest auf dem Brünig ohne Zuschauer statt. Einen solchen Erfolg hätten Sie doch sicher lieber in einer vollen Arena erlebt?

Sicherlich ist es ein wenig schade, vor leeren Rängen anzutreten. Da ich jedoch heute zum ersten Mal auf dem Brünig schwingen konnte, kenne ich diese Stimmung bisher sowieso nur aus dem Fernsehen. Ich bin generell sehr froh, konnten wir heuer überhaupt schwingen.


Welche weiteren Ziele haben Sie sich noch gesteckt für diese Saison? 

Ich möchte weiterhin unfallfrei bleiben. Was die Wettkämpfe anbelangt, steht für mich das Kantonale als nächstes auf dem Programm; da wäre es sicherlich schön, wenn ich gleich nachziehen könnte. Und dann lege ich den Fokus bereits auf den Winter, dass ich gut trainieren kann, mit dem Fernziel Pratteln 2022.

29.07.2021 :: René Willener (rwh)