Schulkinder von Herbligen gestalten ihren Pausenplatz neu

Schulkinder von Herbligen gestalten ihren Pausenplatz neu
Einen Wasserspielplatz zu bauen ist fast so toll, wie diesen später zu benutzen. Die Kinder sind im Element. / Bild: Schüpbach Rebekka (rsz)
Herbligen: Nach einer Woche schaufeln, sägen und malen konnten die Schülerinnen und Schüler den neuen Pausenplatz einweihen. Das Geld dafür haben sie teilweise selber verdient.

Selten wurde wohl auf einer Baustelle mit mehr Enthusiasmus «gwärchet». «Am besten gefällt mir, dass wir als Team zusammen an einem grossen Projekt arbeiten können», sagt die Sechstklässlerin Amelie. Sie leitet in der Projektwoche eine Gruppe von jüngeren Schülerinnen und Schülern. An diesem Vormittag ist ihr Team beim «Atelier Spielplatz» eingeteilt. Mit Hilfe von zwei professionellen Gartenbauern testen die Kinder soeben den neuen Wasserspielplatz und stecken letzte Bambusrohre als Wasserleitungen ineinander.

Ideen stammen von den Kindern

«Die Schüler haben die neuen Spielplatz-Elemente weitgehend selber gezeichnet», berichtet Schulleiter Markus Schädeli. Vor gut einem Jahr, kurz nachdem der Gemeinderat den Verpflichtungskredit von 30´000 Franken für das Projekt genehmigte, haben er und die anderen Lehrpersonen begonnen, Ideen zu sammeln. «Wichtig war uns, dass die Kinder miteinbezogen wurden», so Schädeli. «So können diese sich besser mit dem Pausenplatz identifizieren.» Das stärke den Zusammenhalt und beuge nicht zuletzt möglichem Vandalismus vor.

Verschiedene Ateliers

Nebst dem Wasserspielplatz, der von Quellwasser gespiesen wird, entstand in der Woche unter anderem eine Arena als Sitzplatz, eine Matsch-Küche sowie ein Weidenhaus mit Sitzgelegenheiten als Rückzugsort für die älteren Kinder. 

Eine Gruppe malt Holzstangen an, welche die Kinder anschliessend rund ums Weidenhaus aufstellen werden. Andere Schüler verschönern tragbare Sitzhocker aus Holz oder basteln Dekorationen. «Die Schülerinnen und Schüler bleiben jeweils einen halben Tag im selben Atelier, bevor sie wechseln», erklärt der Schulleiter. So können sie unter anderem nähen, tanzen oder in der Küche für die lokalen Sponsoren backen. Denn diese zeigten sich teilweise grosszügig und stellten etwa kostenlos Material zur Verfügung. Überhaupt habe das ganze Dorf mitgeholfen. 

Bevor der Schulhausplatz zur Baustelle mutierte, war er mit Verbundsteinen belegt, die entfernt werden mussten. Die Kinder haben diese Steine bemalt und im Dorf verkauft. «Besonders die kleinen Kinder sind stolz darauf, sich so ihren Spielplatz selber finanziert zu haben», schmunzelt Schädeli. Insgesamt schätzt er die Kosten des Projekts auf 40´000 bis 45´000 Franken.


«Mir hat das Arbeiten gefallen»

Nebst den Spielelementen kommt auch ein Stück Natur zurück auf den Platz. Ein bepflanzter Steingarten sowie eine kleine Blumenwiese werden den Spielplatz ergänzen. Die Linde wurde zurechtgestutzt und bekam mehr Freiraum um den Stamm herum. Eine Glocke läutet die grosse Pause ein. Was hat den Kindern am besten gefallen? «Das Arbeiten mit den Händen», sagt Diego, der die 1. Klasse besucht. Die sechsjährige Fiorina freut sich besonders auf den Wasserspielplatz und Vincent aus der 2. Klasse begeisterte sich fürs Malen und Filzen. 

Am Tag vor der Einweihung vom Freitag, 4. Juni, erscheint der Spielplatz noch unfertig. Das bleibe auch so, sagt Markus Schädeli. Insbesondere der Wasserspielplatz sei so gestaltet, dass die Kinder ihn immer wieder verändern könnten.

10.06.2021 :: Schüpbach Rebekka (rsz)