Martina Ruch während des EM-Sprints in Neuenburg. / Bild: Swiss Orienteering
Orientierungslauf: An der OL-Sprint-EM vom letzen Wochenende schnitt die Schweizer Delegation mit sechs Medaillen sehr gut ab. Martina Ruch hingegen lief es nicht wie gewünscht.
Die Schweiz gewann souverän EM-Gold in der Sprintstaffel. Mit einem Vorsprung von fast einer Minute sicherten sich Simona Aebersold, Joey Hadorn, Matthias Kyburz und Elena Roos den Titel vor den Teams aus Schweden und Norwegen. Auch in der Disziplin der Knock-Out-Sprints gab es drei Medaillen für die Schweiz. Mathias Kyburz wurde Europameister, gefolgt von Joey Hadorn auf dem zweiten Rang. Bei den Damen schnappte sich Simona Aebersold die Silbermedaille. Silber und Bronze gab es dann auch in der Schlussdisziplin, dem Einzelsprint. Da schaute Silber für Elena Roos und Bronze für Simona Aebersold heraus. Die Eggiwilerin Martina Ruch verfehlte als 14. ganz knapp die Viertelfinalqualifikation für die Knock-Out-Sprints. Im Einzelsprint wurde Ruch dann 19.
Martina Ruch, nach ein paar Tagen Abstand, wie ordnen Sie Ihre Resultate an der EM ein?
Es ist nicht so gut gelaufen, wie ich es mir gewünscht hatte. Klar, hatte ich gute Abschnitte drin, wo man sehen konnte, dass das Potenzial vorhanden ist und ich mit den Top Ten mitlaufen könnte. Aber beim ersten Posten des Sprint-Rennens habe ich eine falsche Entscheidung getroffen, ein solcher Fehler darf man sich auf internationalem Niveau nicht leisten. Der Fehler hat mich zu viel Zeit gekostet und dementsprechend auch Plätze.
Zuerst war das Knock-Out-Rennen, bei dem Sie die Qualifikation für die Viertelfinals nur knapp verpassten. Hat Sie das verunsichert?
Es war sehr eng. In einem andern Heat hätte ich es mit meiner Zeit eine Runde weiter geschafft. Klar, war ich darüber enttäuscht, dass es so schnell vorbei war. Aber ich habe mein Ausscheiden akzeptiert und mich für die anderen Schweizerinnen gefreut, die sich für den Viertelfinal qualifiziert haben. Ich wusste, dass ich im Einzelsprint noch einmal eine Chance erhalten würde.
Im Einzelsprint lief es aber dann auch nicht so gut lief. Welche Lehren ziehen Sie nun daraus?
So ist das nun mal im Sport. Es gehört dazu, dass man nicht nur schöne Emotionen erlebt. Jetzt braucht es etwas Energie, das alle wegzustecken. Ich bin am Montag schon wieder nach Schweden gereist und war am Dienstagmorgen im Wald OL machen. Gut ist, dass ich nun weiss, woran ich arbeiten muss, nämlich an der Feinabstimmung meiner Abläufe. Aber so oder so: Es hat Spass gemacht, überhaupt wieder einmal an einem Wettkampf teilnehmen zu können.
Nun müssen Sie sich für den nächsten internationalen Wettkampf, die WM in Tschechien, qualifizieren.
Welche Chancen rechnen Sie sich aus?
Jetzt geht es Schlag auf Schlag, so habe ich gar nicht die Zeit, ins Grübeln zu geraten. Nach einer sauberen Aufarbeitung der Ereignisse an der Europameisterschaft stehen am Samstag, 29. Mai und Sonntag, 30. Mai, schon die WM-Quali-Läufe in Tschechien auf dem Programm. Dann wird entschieden, wer an die Weltmeisterschaften darf. Über Chancen zu sprechen, finde ich derzeit äusserst schwierig. Als wir das erste Mal im Trainingslager in Tschechien waren, habe ich gemerkt, dass mir das Gelände dort liegt. Aber momentan haben wir eine Gruppe von Läuferinnen, die alle etwa auf dem gleichen Niveau sind. Deshalb können sehr viele Faktoren, wie schlussendlich auch die Tagesform, über die Qualifikation entscheiden.