Pro Senectute: im neuen Kleid, mit bewährtem Angebot

Pro Senectute: im neuen Kleid, mit bewährtem Angebot
Die bisherigen Standorte von Pro Senectute – hier im Bild die Beratungsstelle Konolfingen – bleiben bestehen. / Bild: Daniel Schweizer
Kanton Bern: Mit der Zusammenführung von 14 Organen zu einer einzigen Stiftung erhält Pro Senectute per 2021 eine neue Struktur. Am Leistungsangebot wird nicht gerüttelt.

Mit dem Inkrafttreten der kantonalen Stiftung auf den 1. Januar 2021 erhielt Pro Senectute im Kanton Bern ein neues juristisches Kleid. Die bisherigen vier regionalen Organisationen wurden zusammengeführt und die sieben Altersheime verselbständigt. Damit sollen gemäss Bernhard Antener, Präsident des neuen Stiftungsrates und stellvertretender Projektleiter der Zusammenführung, die Abläufe vereinfacht und Kosten eingespart werden. 

Herausforderungen im Projekt

Es war ein Ziel, sämtliche zehn Teilprojekte – mit Ausnahme von Spezialaufgaben – mit internem Personal zu realisieren. «Das führte zwar zu Doppelbelastungen, stärkte aber auch die Identifikation mit dem Projekt», führt Antener aus. Und dank permanenter interner Kommunikation hätten Ängste und Ungewissheiten der Mitarbeitenden bezüglich der künftigen Organisation abgefedert und Sicherheit geschaffen werden können. So sei es gelungen, das Projekt innert zweieinhalb Jahren und mit lediglich 400’000 Franken externen Kosten erfolgreich abzuschliessen.

Finanzielle Einbussen abfedern

Die Organisation ist neu in die Fachbereiche Sozialberatung und Gemeinwesenarbeit, Bildung und Sport,
Services und Freiwillige, Gesundheitsförderung sowie Zentrale Dienste gegliedert. Alle bisherigen Beratungsstellen bieten nach wie vor die gleichen Leistungen an. «Mit neuen Angeboten kommen wir vorläufig noch nicht», führt Bernhard Antener weiter aus. Vordringlichstes Ziel sei, das neue Gebilde zu konsolidieren. Sorgen bereitet Antener die massive Kürzung der Beiträge im Umfang von 600’000 Franken pro Jahr im Bereich Sozialberatung ab 2022 durch das Bundesamt für Sozialversicherung. Deshalb würden die bisherigen Vereine zu sogenannten Fördervereinen, welche die Aussenwirkung der Pro Senectute verstärken sollen. Auch Legate, Fundraising und Spenden sollen die finanziellen Einbussen abfedern helfen.

Trotz des engeren finanziellen Korsetts und der schlankeren Organisa-
tion sei jedoch kein Stellenabbau betrieben worden, betont Antener. «Denn es war immer unser Credo, keine Leute zu verlieren».

Weiterhin vor Ort präsent

Die Standorte von Pro Senectute in Konolfingen, Burgdorf und Langenthal bleiben erhalten. «Wir werden auch mit der neuen Organisation immer vor Ort mit unseren Dienstleistungen präsent sein», hält Bernhard Antener fest. Das heisse, auch jetzt sei ein Hausbesuch, sofern die Situation dies erlaube, selbst zuhinterst auf der Hürlisegg im tiefsten Oberemmental, möglich. 

Der persönliche Kontakt mit den Klienten soll auch in Zeiten der Pandemie gewährleistet bleiben und findet vermehrt telefonisch statt. «So hatten wir in der Altjahrswoche einen Telefondienst installiert, welcher es den Klienten auch in dieser schwierigen Zeit ermöglichte, sich immer an die Organisation wenden zu können», erläutert Antener. Herausfordernd sei in der Pandemiesituation der Kontakt mit der hohen Anzahl an vulnerablen Personen. Zudem mussten Angebote heruntergefahren werden, insbesondere im Bereich von Bildung und Sport.

14.01.2021 :: Daniel Schweizer