So sind die Maschinen für alle günstiger

So sind die Maschinen für alle günstiger
Die Landwirte in und um Lauperswil nutzen ihre Landmaschinen bereits seit 50 Jahren gemeinsam. / Bild: Pedro Neuenschwander (pnz)
Lauperswil: Vor 50 Jahren gegründet, heute Besitzerin eines grossen Maschinenparks – die Maschinengenossenschaft Lauperswil und Umgebung. Am Jubiläum zeigte sie ihren Bestand.

An der Jubiläumsfeier am Samstag in Emmenmatt zitierte Kurt Fankhauser, Präsident der Genossenschaft, das Protokoll der Orientierungsversammlung vom 1. Juni 1970: «Im letzten Jahr musste viel Getreide getrocknet werden, es entstand sogar Auswuchs, was zu grossen finanziellen Ausfällen führte. In ebenen Flächen wird heute auch infolge Arbeitskräftemangels mehr und mehr mit Mähdreschern gedroschen. Bei einem eigenen Mähdrescher könnten viele Sorgen eliminiert werden und auf ein sauberes, schonendes Dreschen wert gelegt werden.» Zwei Wochen nach dieser -Orientierung wurde die Maschinengenossenschaft von 17 Landwirten aus der Region ins Leben gerufen. Das Ziel war es, teure und schlagkräftige Maschinen gemeinsam anzuschaffen, um so Kosten zu sparen – was auch noch heute gilt.

«Wir sitzen alle im selben Boot»

Heute besteht die Vereinigung aus 59 Genossenschaftern. An 14 Standorten sind die Maschinen bei Landwirten eingestellt und werden von diesen unterhalten. Mähdrescher, Mistzetter, Blitzhacker, Scheibenegge, Weidemulcher, Spaltmaschine, Prismenwalze, Pumpfass, Strandmanzetter, Mäusevergaser – vieles, was Bauern für ihre Arbeit benötigen, die Anschaffung auf eigene Rechnung sich aber nicht lohnt. «Es ist unser Bestreben, jährlich eine neue Maschine zu beschaffen und mit unserem Angebot und der Disposition einen optimalen und effizienten Einsatz der Maschinen zu erreichen», sagt Kurt Fankhauser. Die Standplatzhalter bekommen für ihre Arbeit eine Pauschale, den Maschinenbenutzern wird eine Gebühr je Hektare oder je Fahrt berechnet. 

Hans und Annekäthi Hutmacher betreuen unter anderem den Jeantil Mistzetter. «Ich bin vor allem in der Disposition tätig», erklärt Annekäthi Hutmacher, «beantworte Telefonbestellungen und regle den Einsatz der Geräte. Manchmal ist die Agenda fast zu klein. Mein Mann unterhält und schmiert die Maschinen.» Die Hutmachers und auch die andern Depothalter bezeichnen die Kundschaft als sehr tolerant, umso mehr als die Bauern auch untereinander koordinieren würden. «Das Ganze ist eine tolle Sache und funktioniert ausgezeichnet, wir sitzen alle im gleichen Boot», meint Hans Hutmacher. 

Baldige Digitalisierung

Um die zeitliche Verfügbarkeit der Maschinen auf Kalender sichtbar zu machen, Leerfahrten zu minimieren und die finanzielle Abrechnung zu vereinfachen, ist es das mittelfristige Ziel der Genossenschaft, das Bestellprozedere auf einer App oder über Whatsapp abzuwickeln. «Wir arbeiten daran, im Emmental braucht es halt etwas länger, doch die jüngere Generation wird es schaffen», sagt Fankhauser und lacht.

Was 1970 der Auslöser für die Gründung der Genossenschaft war, nämlich der Mähdrescher, dominierte auch am Jubiläum optisch den Maschinenpark: der 2015 angeschaffte neue Mähdrescher, der letztes Jahr für 54 Hektaren Getreide im Einsatz stand.

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