Vor imposanter Bergkulisse gehen die «Flows» leicht

Vor imposanter Bergkulisse gehen die «Flows» leicht
Yogalehrerin Nadine van den Berg hielt ihre Lektion in stimmungsvoller Umgebung ab. / Bild: Bernadette Waser-Unternährer (wbe)
Sörenberg: Ferien in der Schweiz sind aktuell im Trend und für die Bergbahnen Sörenberg Anlass für neue Angebote. Das neuste heisst Yoga am Berg.

«Ich mache jedes Jahr Ferien in Sörenberg. Vor einem Jahr habe ich mit Yoga angefangen», erzählt die Frau bei der Bergstation Rossweid. Sie ist eine von zehn Personen, die sich für «Yoga am Berg» angemeldet haben. Einheimische wie Feriengäste, solche mit und ohne Yoga-Erfahrung interessieren sich für das Angebot. Yogalehrerin Nadine van den Berg führt die Gruppe bergauf. Die Strasse ist breit, der Weg nicht lang, aber steil und schweisstreibend. Auf der Terrasse der Skihütte Schwarzenegg, 1533 Meter über Meer, ist alles vorbereitet. 

Ein dynamischer Stil

Um zehn Uhr geht es los. Alle haben die Schuhe ausgezogen und sitzen mit verschränken Beinen auf den Yoga-
Matten. Es gebe für alle etwas, für Anfänger wie für Profis, sagt Nadine van den Berg, die letztes Jahr ihre Ausbildung zur Yogalehrerin abschloss und Hatha-Vinyasa-Yoga unterrichtet. Bei diesem dynamischen Stil gehen Atem- und Bewegungsabläufe fliessend in-einander über.

«Setzt euch so hin, dass es euch bequem ist. Der Leitsatz für heute heisst Selbstkontrolle. Wir achten darauf, wie die Übungen auf uns wirken», sagt sie und beginnt mit Atemübungen, die sie mit Bewegungsabläufen kombiniert. Vor der grandiosen Bergkulisse mit der imposanten Rothornkette geht das erstaunlich leicht, selbst für Yoga-Anfänger. Der Rhythmus stellt sich schnell ein. 

Wir stehen da, Arme und Blicke in den blauen, wolkenlosen Himmel gerichtet. Es ist Zeit für den Sonnengruss, die wohl bekannteste Yogaübung zum Aufwärmen oder als Aktivierung am Morgen vor der aufgehenden Sonne. 

Steife Glieder, trotz Wärme

Die Teilnehmenden üben die verschiedenen Bewegungsabläufe, die Flows. «Hände und Füsse  bleiben auf dem Boden, aktiv Ferse nach hinten drücken», mahnt die Lehrerin. Komisch, trotz der Wärme scheinen die Glieder steif zu sein. Ist das vielleicht die Folge der langen Corona-Lockdown-Untätigkeit? Eine Erinnerung taucht auf, an einen wundervollen Sonnenaufgang am Meer. «Pause, durchatmen!», unterbricht Nadine van den Berg den Gedankengang. Wieder stehen wir da, die Arme in den Himmel gestreckt und den Blick nach oben gerichtet. 

Nicht ganz einfach 

Auf dem Weg neben der Terrasse sind viele Wanderer und Familien mit Kindern unterwegs. Manche bleiben neugierig stehen und schauen den Yogis zu. Vom Vierfüsslerstand aus machen wir verschiedene Übungen, strecken mal das linke, dann das rechte Bein in die Luft, stützen den rechten Ellbogen auf das linke Knie und umgekehrt. Weitere Flows und Figuren folgen. Eine schöne und kraftvolle ist der Krieger, von der man fliessend in die Kaktus-Haltung kommt. Die Yogalehrerin macht es vor. Mit grosser Leichtigkeit liegt sie blitzschnell als Kobra auf dem Boden, um gleich danach wieder aufzustehen. Das Nachmachen ist aber nicht ganz so leicht und auch nicht das Halten der Balance auf einem Bein. «Macht, was geht», ermuntert sie. «Niemand muss etwas machen, das er nicht kann.» Auf den Matten liegend, mit dem Kopf über der Schulter die Landschaft betrachtend, erholen wir uns wieder. 

Ein Gefühl von Leichtigkeit

Nach einer Stunde machen Hitze und Müdigkeit langsam zu schaffen. «Auf der Matte ausspannen», sagt Nadine van den Berg. «Nichts mehr machen,  abspeichern, was man gelernt hat.» Ein Gefühl von Leichtigkeit stellt sich ein. Weg sind die Verspannungen. Die Landschaft wirkt beruhigend. Und plötzlich stehen alle klatschend auf. Es ist halb zwölf Uhr und die Lektion  zu Ende. Unter dem schattigen Dach der Skihütte gibt es Tee und Biskuits.  

Es sei wunderbar gewesen, besonders die Bergkulisse, sagt eine Teilnehmerin. Aber nun müsse sie zurück nach Flühli zum Heuen. Die anderen bleiben noch sitzen. Der Nachmittag ist frei. Sie können wandern, bräteln oder chillen, worauf sie gerade Lust haben. Auch Yogalehrerin Nadine van den Berg ist zufrieden. Bisher waren alle Kurse ausgebucht und die Feedbacks positiv und motivierend.

Nächste «Yoga am Berg»-Kurse: Samstag, 22. August und Samstag, 5. September.