In Biglen soll nördlich vom Bahnhof ein neuer Dorfkern entstehen

In Biglen soll nördlich vom Bahnhof ein neuer Dorfkern entstehen
Das Siegerprojekt sieht sieben neue Gebäude (orange) mit Satteldächern vor. / Bild: zvg
Biglen: Auf dem Areal zwischen der Rohrstrasse und dem Bahnhof soll ein neues Quartier mit Wohn- und Gewerberaum entstehen. Der Parkplatz beim Zentrum Kreuz bleibt bestehen.

Während 18 Monaten haben sich die Gemeinde Biglen und mehrere andere Grundeigentümer (BLS, Bigla, Masciadri) dem Planungsverfahren für die Entwicklung des Bahnhofareals gewidmet. Dieses liegt im Zentrum von Biglen, zwischen Bahnhof und Rohrstrasse.

Das rund 10’000 Quadratmeter grosse Gebiet habe durch seine zentrale Lage mit guter Erschliessung ein grosses Potenzial, sich durch eine neue Nutzung zum Ortskern von Biglen zu entwickeln, sagt Gemeindepräsident Guido Heiniger auf Anfrage. «Der Anstoss kam von der BLS. Im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Bahnhofs haben sich die Gemeinde, die Grundeigentümer und das Bahnunternehmen zusammengesetzt.» Die Beteiligten hätten sich für ein sogenanntes Testplanungs-Verfahren entschieden. Verschiedene Teams, bestehend aus Architekten und Verkehrsplanern, arbeiteten Entwürfe aus, die dann in Workshops mit einem Begleitgremium weiterentwickelt wurden. 

Die Grundeigentümer wählten drei Planungsteams aus und beauftragten sie, Vorschläge auszuarbeiten. Eine Jury, welcher auch Grundeigentümer und externe Experten angehörten, kürte schliesslich das Konzept der Werk-Architekten aus Langnau zum Sieger.

«Satteldächer passen ins Dorfbild»

«Das Überbauungskonzept der Planrand Architekten, Bern, sah fünf vornehmlich vierstöckige Flachdachbauten vor mit einem fünfstöckigen Gebäude am Dorfplatz. Auch der Vorschlag der Viktor Burri Architekten aus Thun beinhaltete mehrere Flachdachbauten, alle mit einem deutlichen Vordach», beschreibt Guido Heiniger die beiden nichtgewählten Projekte. «Der Vorschlag des Architektenbüros aus Langnau hingegen überzeugte das Gremium unter anderem mit den Satteldächern, die zwar in der Realisierung teurer sind, aber sich gut in das Dorfbild einfügen.» Der Übergang vom Bahnhof zum ländlichen Dorfteil sei den Verfassern besonders gut gelungen. Durch die Satteldächer liessen sich moderne Dachwohnungen erstellen, die auch Neuzuzüger aus der Agglomeration Bern anlocken könnten, ist Heiniger überzeugt. Es sollen aber auch altersgerechte Wohnungen entstehen. 

«Kreuz» und Platz bleiben

Die sieben neuen Gebäude sollen auf den Parzellen der obengenannten Grundeigentümer gebaut werden. Verschwinden werde der heutige Birkenweg; an seiner Stelle sei eine Tiefgarage geplant, so Heiniger. Das Zentrum Kreuz bleibe bestehen wie auch der Parkplatz. Der Platz wird zum Beispiel für Märkte und andere Veranstaltungen genutzt. «Das Überbauungskonzept sieht vor, dass mit der neuen Siedlung eine Mischung aus Wohn- und Gewerbenutzung entsteht, wobei der Wohnanteil mit rund 90 Prozent klar überwiegen soll. Dies wird dazu beitragen, dass sich ein lebendiges Quartier entwickelt», ist Guido Heiniger der Meinung. 

Neue Überbauungsordnung

Als nächster Schritt entwickelt das Team der Werk-Architekten das Konzept zu einem sogenannten Richtprojekt. Dieses soll als Grundlage für eine neue Überbauungsordnung dienen, welche die bestehende ZPP «Kreuz» ablösen würde. «Wir gehen davon aus, dass die Planungsvorlagen 2021 vorliegen. Die Bevölkerung kann dann im Rahmen der Mitwirkung und der öffentlichen Auflage Einfluss nehmen», erklärt Guido Heiniger. Zuvor müsse der Gemeinderat die Dokumente beurteilen und verabschieden. Im Herbst sei eine öffentliche Veranstaltung geplant, bei der die Einwohnerinnen und Einwohner über den Stand der Planungsarbeiten informiert würden.