Vor einigen Wochen fand in Freiburg das womöglich grösste Eishockeyfest der letzten Jahre statt. Es ist zwar schon
nicht mehr von Aktualität und im Emmental ist die Begeisterung vielleicht nicht ganz so gross. Aber zum WM-Auftakt,
und vor allem als Freiburger, muss ich noch einmal darüber schreiben.
An diesem 30. April war ich gar nicht in Freiburg, was schon fast eine Schande ist, sondern befand mich in
Neuenburg. Auf einem Fest, welches von einer Bekanntschaft von mir organisiert wurde. Ich hatte im Public-Viewing im
Stadion keine Plätze mehr bekommen und auf die Menge, welche sich davor versammelte, um das Spiel zu schauen, hatte
ich dann doch keine Lust. So hatte ich mich für das Fest entschieden. Ich schaute also ab und zu auf mein Handy, um
den Verlauf des Spiels zu verfolgen.
Unser Deal war der folgende: Falls Freiburg gewinnt, nehmen wir den nächsten Zug dorthin, um uns den Feierlichkeiten
anzuschliessen. So kamen wir also um Viertel vor eins in einer Freiburger Stadt an, wie wir sie noch nie erlebt
hatten. Autohupen, der Bahnhofsplatz voll mit Leuten, die singend, tanzend und Pyros abfackelnd den ersten
Meistertitel von Fribourg Gottéron feierten. Die Menschenmenge erstreckte sich vom Bahnhof über den Place
Georges-Phyton und die Altstadt bis hinunter zur Kathedrale. Von dort aus sind wir weiter gelaufen, als Ziel
natürlich das Stadion. Auf dem Weg Kolonnen von Menschen, die mit ihren Autos und Motorrädern die Strassen hoch- und
runterfuhren und von Hupen bis Radios alles benutzten, um Stimmung zu machen. Bei der BCF-Arena angekommen,
schlossen wir uns der Menge an, die schon am Feiern war und die auch noch lange feiern würde. Zusammen mit 10'000
Fans blieben wir bis sechs Uhr morgens wach - bis die Spieler dann endlich mit dem (zu) lang ersehnten Pokal von
Davos zurückkehrten.
Doch damit war die Party noch lange nicht zu Ende. Am Samstag darauf versammelten sich zur «Offiziellen»
Meisterfeier mit Umzug durch die Stadt noch einmal 80'000 unter Schlafmangel leidende Freiburger und
Freiburgerinnen, um ihre Helden noch einmal zu feiern. Von Bulle, Estavayer, Tafers und weiter weg waren alle
angereist, die dieses Team feiern, oder einfach nur von der elektrisierenden Stimmung profitieren wollten.
Ich entschuldige mich bei allen SCL-Fans für diese Kolumne, aber immerhin hat nicht Bern gewonnen, und schliesslich
habt ihr den Titel schon einmal geholt.