Anmelden
Archiv
Bienen starben an Pestizid
Zäziwil: Das verbotene Pflanzenschutzmittel Fipronil war für das Bienensterben im April verantwortlich. Nicht klar ist, wie es zu den Bienen gelangt ist. Die Ermittlungen laufen nicht weiter. 

Die Tage Ende April dürften für viele Imker in der Region Zäziwil/Grosshöchstetten nicht so schnell vergessen gehen. Zu hunderten fanden sie tote Bienen; 172 Völker in 23 Bienenhäusern waren betroffen. Nun ist klar, was dazu geführt hat. In den vier untersuchten Bienenproben wurde der Wirkstoff Fipronil festgestellt. Seit dem letzten Jahr ist dieses Pflanzenschutzmittel in der Schweiz verboten. «Früher wurde es als Beizmittel für Getreide eingesetzt; es wirkte gegen Drahtwürmer», sagt Jürg Glanzmann vom Bienengesundheitsdienst auf Anfrage. Es wirke stark toxisch und führe bei den Bienen schon in kleinsten Dosen zum Tod. Wenn es allerdings fachgerecht eingesetzt worden wäre, hätte für die Bienen kaum Gefahr bestanden, so Glanzmann. Entsteht beim Säen von Getreide Staub, kann dieser in andere, von Bienen besuchte Kulturen gelangen. Auch übers Wasser, das die Beinen trinken, könnte Fipronil seine tödliche Wirkung verbreiten. Das alles sind aber Spekulationen, wie Jürg Glanzmann betont. «Bis heute wissen wir nicht, was genau passiert ist.»

 

Ermittlungen abgeschlossen
Ob je Klarheit darüber herrschen wird, ist zumindest fraglich. Die Ermittlungen zum Bienensterben seien abgeschlossen, war bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern zu erfahren. Man habe verschiedene Kontrollen vorgenommen und Meteodaten ausgewertet, sagt Amael Gschwind von der Kommunikationsabteilung. «Wir haben alles gemacht, was möglich war, konnten aber keinen Täter finden.» Es sei auch nicht klar, ob dieser absichtlich oder fahrlässig gehandelt habe. «Drei Personen aus der Gegend konnten anhand der Spritzprotokolle als Verursacher ausgeschlossen werden», so Amael Gschwind.
Dass der Fall nun abgeschlossen sein soll, stösst bei Walter Leuenberger, Präsident des Bienenzuchtvereins Zäziwil und Umgebung, auf kein Verständnis. Er habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden könne. «Ich lasse die Sache nicht auf sich beruhen.»
31.07.2014 :: sbw.
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr