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WOCHEN-ZEITUNG FÜR DAS EMMENTAL UND ENTLEBUCH
Freitag, 3. September 2010  
         
  Familien- und Hof-Geschichte vorgestellt
SUMISWALD: Eine Ausstellung zu Ehren des Märtyrers Hans Haslibacher

05.04.2007 Klein und fein ist die Ausstellung zur Familien- und Hofgeschichte auf dem Haslenbach in Sumiswald. Sie findet im Rahmen des Täuferjahres statt. Rund 130 Gäste feierten die Eröffnung mit.

Margrit Kipfer

 Hans und Gertrud Haslebacher sind Nachfahren des Märtyrers Hans Haslebacher. Er war der letzte Täufer, der 1571 offiziell hingerichtet wurde. Mit der Täufergeschichte haben sich Haslebachers nicht erst auf das Täuferjahr hin auseinandergesetzt. Sie sind Nachkommen in fünfzehnter Generation und reisten schon nach Amerika, um Kontakte mit Besuchern aufzufrischen, die auf ihrem Hof nach den Spuren der Vorfahren suchten. Vielfach ermutigt, haben sie nun die Arbeit an die Hand genommen und eine Ausstellung in schlichter Art realisiert. «Es ist nicht einfach eine Geschichte des Hofes», eröffnete Hans Haslebacher die Feier. «Der Segen bringt die Familie immer wieder zu den Wurzeln zurück». Jährlich besuchten schon jetzt bis 500 Personen den Hof der Haslebachers. 30 Gruppen haben sich bereits für die gegenwärtige Ausstellung angemeldet.
Beeindruckender Durchhaltewille
Im Beisein vieler Gäste eröffnete Nationalrätin Ursula Haller die Ausstellung im Speicher auf dem Haslenbach. Erst mit den Vorbereitungen zum heutigen Tag habe sie sich intensiv mit der Täufergeschichte befasst, gestand Ursula Haller. Beeindruckend sei, dass die Täufer trotz Verfolgung und Zerstreuung durchhielten. Weltweit seien es heute 1,4 Millionen Täufer, davon 150’000 mit Berner Wurzeln.
Auf der Bühne des stattlichen Hofes, wo sich die Gäste zwischen grossen Heu- und Strohballen versammelten, erinnerte Peter Pfister an die Täuferversammlungen. Es habe wohl ähnlich ausgesehen, meinte er. «Sicher hat es auch hier ein Versteck gegeben», glaubt er. Die gnädigen Herren waren erfinderisch im Kampf gegen die Täufer. Mit dem Täuferjahr soll vermehrt aufgezeigt werden, was damals passierte. «Das Interesse für die Täufergeschichte ist grösser als wir erwartet haben», stellte Pfister fest.
Abschätziger Spruch des Pfarrers
Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher liess berührende Momente aufleben, die sich ergaben, als Mennoniten (Alttäufer) aus den USA ins Schloss Trachselwald zu Besuch kamen. Noch heute beschäftige viele, was ihre Vorfahren erleiden mussten. Auch im Amt Trachselwald sei die Geschichte der Täufer stark verwurzelt. Hans Haslebacher, der damalige Bauer auf diesem Hof, wollte sich vom Pfarrer einen abschätzigen Spruch über die Täufer nicht gefallen lassen. Mitten in der Predigt stand er auf und widersprach dem Pfarrer, was eine Vorladung vor das Chorgericht zur Folge hatte. 1525 kaufte sich Hans Haslebacher aus der Leibeigenschaft des Deutschen Ordens los. Er wurde zu einer wichtigen Figur unter den Täufern. Haslebacher war ein Mann, bei dem sich felsenfeste Überzeugung mit Liebe paarte. Er wurde des Landes verwiesen. Doch litt es ihn nicht in der Fremde. Noch einmal kehrte er in seinem früheren Zuhause ein. Als alle Bekehrungsversuche scheiterten, verurteilten die gnädigen Herren von Bern Hans Haslebacher zum Tod. 1571 wurde er hingerichtet.
Das Haslibacherlied, das in der Ausstellung zu lesen ist, besingt mit 32 Strophen das Schicksal dieses mutigen Mannes. Unter der Laube des behäbigen Bauernhauses haben Haslebachers eine schlichte Gedenktafel zur Erinnerung an den Märtyrer angebracht. Im Zentrum der Ausstellung wird die Bibel gezeigt, in der Hans Haslebacher gelesen und geforscht hat. Es ist eine Zwingli-Bibel, die 1553 in Zürich gedruckt wurde.

Führungen durch die Ausstellung für Gruppen nach Absprache mit Familie Haslebacher.



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