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Das Wunder in der Hölle von Auschwitz

Die Hölle ist nicht von Gott geschaffen, sondern ein Produkt des Menschen, der die gute Schöpfung Gottes für seine Mitmenschen zu einer Hölle machen kann. Fast vollständig ist dies den Nazischergen in Auschwitz gelungen. Sie konnten aber nicht verhindern, dass ein himmlischer Strahl in diese Hölle eindringen konnte. Das war ein Wunder, für das ein wahrer Jünger Jesu mit seinem Leben bezahlte. Es war der polnische Franziskaner Maximilian Kolbe.

Es war im August 1941, als einem seiner Mithäftlinge die Flucht aus dem Konzentra-tionslager gelang. Abends beim Appell wurden zehn Männer ausgewählt, die im sogenannten Hungerbunker ohne Essen und Trinken qualvoll sterben sollten. Der Kommandant rief wahllos zehn Nummern auf. Die Männer traten vor. Unter ihnen war ein junger Pole, Franz Gajowniczek. Er trat weinend aus der Reihe und brach schreiend zusammen. Da löste sich ein elfter Mann, Maximilian Kolbe, aus der Reihe und ging auf den Lagerleiter zu. Der SS-Mann schrie ihn an: «Was soll das, du Polenschwein?» Kolbe antwortete: «Dieser Mann ist noch jung und hat zuhause Frau und Kinder.» Ein Zeuge sagte später, es sei für ihn gewesen, wie wenn ein Stück Himmel in die Hölle des KZ eingebrochen wäre. Kolbe wurde dann in den Hungerbunker geführt. Tagelang konnten die Wächter sein Singen, Beten und Trösten hören. Nachdem die anderen neun Leidensgenossen schon verhungert waren, Kolbe aber noch wenige Lebenszeichen von sich gab, verabreichte ihm der Lagerhenker schliesslich am 14. August 1941 eine Giftspritze. 

Die Freunde der Hölle sind seit jeher darum bemüht, ihr finsteres Reich hermetisch von Gottes Reich der Liebe und des Friedens abzuschirmen. Ganz gelingt ihnen dies nicht; denn Menschen, die dem Guten verpflichtet sind, halten kleine Öff-nungen bereit, durch die himmlisches Licht eindringen kann. Zu diesen Menschen gehörte Maximilian Kolbe. Er wurde am 10. Oktober 1982 – im Beisein des von ihm geretteten Franz Gajowniczek – in Rom heiliggesprochen.



10.08.2017 :: Rudolf Vogel, röm.-kath. Pfarrer im Ruhestand, Schüpfheim
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