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Donnerstag, 17. Mai 2012  
         
  SUMISWALD: Neubau macht Altersheime im Schloss und im alten Spital überflüssig

16.05.2012 Heute werden in
Sumiswald an drei Standorten Betagte betreut und gepflegt. Ein Neubau für 30 bis 40 Millionen Franken soll dies ändern.


Silvia Ben el Warda-Wullschläger

 Das Alters- und Leichtpflegeheim, das alte Spital, das Schloss: in diesen drei Gebäuden leben Senioren, die Betreuung und Pflege benötigen. Nun wird ein Neubau geplant; die Betagten sollen ab 2016 nur noch an einem Standort gepflegt werden. Enrico Casanovas, Verwaltungsratspräsident der Alterszentrum Sumiswald AG, zu den Hintergründen.

Herr Casanovas, weshalb ist ein neues Alterszentrum nötig?
Hauptgrund ist der bauliche Zustand der Gebäude. An allen drei Standorten ist in den letzten 20, 30 Jahren nichts renoviert worden, entsprechend gross präsentiert sich der Sanierungsbedarf. Viel Geld in so alte Gebäude wie das Schloss oder das alte Spital zu stecken, wäre nicht vernünftig. Das Pflegeheim im Schloss dürfen wir vom Kanton aus sowieso nur noch auf Zusehen hin betreiben. Die Räumlichkeiten dort sind schlicht nicht mehr geeignet für eine solche Einrichtung.

Das Alters- und Pflegeheim ALP dagegen soll weiterhin betrieben werden.
Ja, es bleibt bestehen und wird renoviert. Es wurde vor 28 Jahren zu diesem Zweck gebaut und entspricht den heutigen Anforderungen.

Hinter dem ALP ist der Neubau geplant mit zwei grossen Kuben und einem Verbindungsbau. Gleich dahinter befindet sich Landwirtschaftsland – passt das zusammen?
Mit der zwei- beziehungsweise dreistöckigen Bauweise wird sich der Neubau trotz seiner Grösse gut in die Landschaft einfügen. Die Umgebung soll mit Obstbäumen gestaltet werden und den Übergang vom Dorf zum Land signalisieren.

Welche Möglichkeiten werden sich mit dem Neubau für die Alterszentrum Sumiswald AG eröffnen?
Die Betriebsabläufe und die Logistik werden deutlich vereinfacht. Wir können – dem Trend entsprechen – mehr Einzelzimmer anbieten. Auch ist geplant, spezielle Abteilungen für demente Menschen einzurichten. Mit den drei Lichthöfen können wir dem Bewegungsdrang dieser Pensionäre entgegenkommen.

Wenn schon neu gebaut werden muss, weshalb vergrössern Sie nicht auch die Kapazität? Gemäss des Berichts zur Alterspolitik des Kantons Bern fehlen im Raum Emmental im Jahr 2030 gut 100 Betten.
Wir bauen das, was wir aus heutiger Sicht verantworten können und nicht auf Vorrat. Mit den 130 Zimmern können wir mit einer guten Auslastung rechnen und sind auch betriebswirtschaftlich auf der sicheren Seite. Leere Zimmer dürfen wir nicht riskieren.

Die Kosten belaufen sich auch so auf gegen 40 Millionen Franken. Wer soll das bezahlen?
Das wird sicher keine einfache Übung, zumal die Alterszentrum Sumiswald AG weder als reiche Firma gegründet wurde noch ist sie es heute. Bis zum Baubeginn rechne ich mit zehn Millionen Franken, die wir aus eigenen Mitteln beisteuern können. Den Rest müssen wir mit fremden Mitteln – vorwiegend wohl Bankkredite – abdecken.

Die Altersversorgung ist eine Aufgabe der Gemeinden. Inwieweit werden diese in die Pflicht genommen?
Die sechs Trägergemeinden Sumiswald, Lützelflüh, Affoltern, Trachselwald, Walterswil und Dürrenroth werden natürlich eingebunden. Statt wie bisher drei Trägerorganisationen wird es neu nur noch eine geben, die Alterszentrum Sumiswald AG. Diese wird neu strukturiert, die sechs Gemeinden als Aktionäre auftreten. Somit werden sie die Verantwortung tragen, haben aber auch das Recht, den Verwaltungsrat zu bestimmen. Als Standortgemeinde wird Sumiswald der grösste Aktionär sein.

Wie viel müssen die Gemeinden für die Aktien bezahlen?
Nichts, sie werden ihnen geschenkt. Wenn das Vorhaben gelingt, kommen die Gemeinden also in einen ordentlichen Besitz. Sie können uns aber bei der Mittelbeschaffung in Form von günstigen Krediten unterstützen.

Unterstützung erhalten Sie von der Gemeinde Sumiswald, die Land abgetauscht hat und es Ihnen nun schenkt. Es muss aber noch eingezont werden.
Das ist richtig. Das Land liegt heute noch in der Landwirtschaftszone. Ich gehe aber davon aus, dass sowohl die Gemeindeversammlung als auch der Kanton der Umzonung zustimmen werden.

Das Vorprojekt wurde vorgestellt, wie geht es nun weiter?
Bis im Sommer 2013 sollte das detaillierte Bauprojekt vorliegen, danach geht es an die Bauplanung und Ausschreibung. Der Neubau wird 2014/15 erstellt, danach zügelt das ALP dort hinein und wird renoviert. Läuft es nach Plan, ist 2016 alles fertig, dann werden das Schloss und das alte Spital als Alterseinrichtungen geschlossen.



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