Die Ausgezeichneten mit einer ihrer Drohnen, die der Rehkitzrettung dient. / Bild: zvg
Sörenberg: Die «Freunde der Biosphäre Entlebuch» zeichnen das Drohnennetzwerk Rehkitzrettung Region Entlebuch mit dem Biosphärenpreis aus. Es konnte bisher 700 Tiere retten.
Dieses Jahr ehrt der Vorstand des Vereins Freunde der Biosphäre Entlebuch (FdBE) das Drohnennetzwerk Rehkitzrettung Region Entlebuch (DRNE) für seine besondere Leistung. Der Biosphärenpreis wurde an der Mitgliederversammlung des Netzwerks in Sörenberg übergeben, teilt der FdBE mit.
Wenn Landwirte im Spätfrühling und Frühsommer mähen, können Rehkitze getötet oder schwer verletzt werden. Sie liegen oft geschützt im hohen Gras. Bei Gefahr kommt der Duckinstinkt zum Zug. Die Kitze drücken sich auf den Boden und fliehen auch nicht, wenn die Mähmaschine naht. In der Schweiz sterben unge-fähr 1´500 Rehkitze pro Jahr. Unnötiges Tierleid zu verhindern ist das erklärte Ziel des Drohnennetzwerks. Die Mitglieder setzen Drohnen, ein. Diese übermitteln den Piloten in Echtzeit gleichzeitig ein optisches Bild und ein Wärmebild. Durch systematisches Abfliegen eines Feldes spüren sie die Rehkitze auf. Der Verein ist seit 2022 stetig gewachsen und konnte bislang über 700 Rehkitze vor Verletzungen und Tod bewahren.
Grosser zeitlicher Einsatz
In der Region Entlebuch führen elf Piloten des DNRE während der Heusaison Kontroll- und Rettungsflüge durch. «Die Einsätze müssen aufgrund der eingesetzten Infrarottechnologie bei möglichst kühlem Boden geflogen werden. Sie beginnen morgens ab 4.00 Uhr oder früher und müssen bis Sonnenaufgang abgeschlossen sein», erklärt Heini Felder, Mitinitiant. Das Engagement erfolgt ehrenamtlich; die Piloten verpflichten sich zu grösstmöglicher Verfügbarkeit im Mai und Juni sowie zu gegenseitiger Aushilfe. Zudem müssen sie die Drohne selbst warten. Ausserdem sind Aus- und Weiterbildungen mit Zertifizierung sowie regelmässiges Training erforderlich. Die Drohnen kosten rund 7´000 bis 8´000 Franken. Diese werden durch den Verein zu einem guten Teil finanziert. Für die Landwirte ist das Angebot kostenlos.
Die Bekanntheit und damit die Nachfrage nach der Dienstleistung steige, schreibt der FdBE. Die Suche nach neuen Pilotinnen und Piloten, aber auch nach Personen, Organisationen oder Firmen, die diese Einsätze mit ihren Spenden unterstützen, sei ein Dauerthema beim Verein.