«Vo z’erscht bis z’letscht»

Lützelflüh: Das Thalgrabenchörli ist eine Legende, und wenn es zum Heimatabend einlädt, kommen die Leute weither, um den Auftritt zu geniessen. So auch beim aktuellen Programm.

Der Graben ist finster und endlos lang, bis endlich die Lichter der «Thalsagi» aufleuchten. Hier ist heut Abend etwas los, die vielen Autos am Strassenrand künden es an: Das Thalgrabenchörli lädt zu Konzert und Theater im Restaurant Thalsäge. Alle Aufführungen sind bereits ausverkauft.

Das Beste kommt nicht zum Schluss, sondern zu Beginn. Die Jüngsten und Allerjüngsten, eine stattliche Schar, singen und jodelen frisch drauflos und lächeln verschmitzt zum schelmischen Text. Wessen Herz da nicht schmilzt, hat einfach keins! 

Dann kommen die «Grossen», zwei Dutzend Jodler und vier Trachtenfrauen für die hohen Töne. Präsidentin Marlies Bigler stellt den Chor kurz vor, es hat zwei Neue und drei Jubilare – zwei singen seit 60 und einer seit 65 Jahren mit. Und sie jodeln noch immer und brauchen dazu keine Stütze und keinen Stuhl.


Ausgefallene Liederwahl

Das Thalgrabenchörli hat ein exklu­sives Repertoire. Es sind nicht die Lieder, die man seit jeher kennt, und es ist immer wieder ein bisschen Schalk dabei, wie es wohl dem Geist dieser Gruppe entspricht. So schwebt etwa beim Gesang «Früehligschraft» eine Biene Maja als Ballon über den Köpfen, wenn sie von «Beieli im Öpfuboum» singen. Sie behaupten im Lied, dass «im Ämmitau jede jede kennt», was im Thalgraben bestimmt zutrifft.

Der Name des Programms ist «Vo z´erscht bis z´letscht». So gedenken sie singend auch derer, die nicht mehr
da sind: «Vergässet se nid!» Sie singen herzergreifend ein Lied ganz ohne Worte, «Läbesgschicht». Und, speziell für den Chor komponiert, präsentieren sie den «Thalgrabenblues», mit allem, was dazugehört.

Nebst dem Chor treten zwei Kleinformationen auf. Die neuere besteht aus drei Jodlerinnen mit Örgelibe­gleitung, während die traditionelle Männergruppe zur Ukulele freche Lumpenliedli und uralte Schlager zum Besten gibt. Die kurzen Pausen überbrückt Matthias Stucki mit seinen Witzen.

Witzig ist auch das Theaterstück «En Stall voller Narre». Darin lädt eine Bauernfamilie in Geldnöten Feriengäste zur praktischen Mithilfe bei der Tierpflege ein, was erwartungsgemäss in einem Desaster en-det.

22.01.2026 :: Gertrud Lehmann (glh)