Bio-Wertschöpfung untersucht

Bio-Wertschöpfung untersucht
Für die Landwirte macht Bio nur Sinn, wenn der Absatz geklärt ist. / Bild: zvg
Schüpfheim: Könnte der Bio-Absatz in der Biosphäre Entlebuch gesteigert werden, wenn Erfolgsfaktoren anderer Lebensmittel übertragen werden? Studierende gingen dieser Frage nach.

Studierende der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) analysierten gut lau­fende landwirtschaftliche Produkte, bei denen die Vermarktung über die ganze Wertschöpfungskette erfolgreich gestaltet wird. Sie beurteilten dann, ob diese Erfolgsfaktoren auf die Bio-Wertschöpfungsketten in der Unesco Biosphäre Entlebuch übertragen werden können. Grundlage für diese Analyse waren eine Masterarbeit zu den Herausforderungen und Chancen der Biolandwirtschaft in der UBE sowie die Resultate einer Umfrage bei Entlebucher Biobetrieben. «Die Haupterkenntnis aus diesen Arbeiten ist, dass sich der Absatz positiv entwickelt und die Bio-Produzenten die Perspektiven positiver bewerten, wenn der Rohstoffmarkt gut organisiert ist und eine rationelle Verarbeitung mit professioneller Vermarktung stattfindet», erklärten die Studierenden, als sie ihre Erkenntnisse am 13. Januar 2026 am BBZN in Schüpfheim einem breit interessierten Publikum vorstellten.


Was macht den Erfolg aus?

Analysiert wurden die Erfolgsfaktoren von Gruyère, Appenzeller Mostbröckli, Raselli Tee und IP-Wiesenmilch. Dann prüften die Studierenden, ob diese auf das Entlebuch übertragen werden können. «Aufgrund der unterschiedlichen Produkte sind auch die Handlungsempfehlungen für die Biosphäre recht unterschiedlich», schreiben die Studierenden. So wurde etwa beim Appenzeller Mostbröckli als ein Haupterfolgsfaktor die starke traditionelle und authentische Appenzeller Kultur genannt, wo beispielsweise die Entlebucher Alpabfahrt analog für die Lancierung eines Produktes im Marketing genutzt werden könnte. Bezüglich der Wiesenmilch wurde als Erfolgsfaktor eher der starke Absatzpartner, die Zusammenarbeit mit dem Handel sowie die Werbung mittels Storytelling als Treiber eines guten Absatzes genannt. Beim Gruyère wiederum scheint die Organisation der Produzenten, der Fokus auf Qualität und die Werbung für Geschmack, Tradition und Terroir für den Erfolg verantwortlich zu sein.


Macht mehr Bio Sinn?

In der abschliessenden Diskussion wurde kritisch hinterfragt, ob es überhaupt sinnvoll sei, den Absatz von Bioprodukten in der Biosphäre zu fördern, wenn doch eine gute Wertschöpfung generiert werden könne ohne das Bio-Label. Als Antwort darauf wurde aber in Frage gestellt, ob sich die Kunden überhaupt bewusst sind, dass sie deutlich mehr Geld für etwas ausgeben, dass sie eventuell mit Bio assoziieren. Als weiterer Diskussionspunkt wurde aufgegriffen, wo in der (Bio-)Wertschöpfungskette die Biosphäre am besten ihre begrenzten Mittel einsetzt. Dabei wurde der Schluss gezogen, dass der Erfolg für die Biosphäre zum Etablieren neuer Wertschöpfungsketten auch in Bio wohl darin liegt, kleine und effiziente Absatzkanäle zu erschliessen.

22.01.2026 :: egs