Bezauberndes Akkordeon

Oberdiessbach: Der Akkordeonsolist Alexandre Bychkov verzauberte am letzten Samstagabend das Publikum in der Kirche Oberdiessbach mit Kompositionen aus fünf Jahrhunderten.

Toccata und Fuge in d-Moll BWV 565 von Johann Sebastian Bach, dies der fulminante Einstieg zu eineinhalb Stunden in absoluter Perfektion vorgetragener Musik aus Europa und Lateinamerika.

Alexandre Bychkov führte das Publikum mit seinen Ansagen auf charmante Weise selbst durch das Konzert. Mit seiner prägnanten Spielweise vermochte er die Illusion zu erwecken, dass hier eine grosse Kirchenorgel gespielt würde. Mit der Interpretation verschiedener Klassiker bewies er, dass das Akkordeon nicht ausschliesslich für die Volksmusik geeignet ist.


Verschiedenste Stimmungen

Der aus St. Petersburg stammende und in Mainz wohnhafte Künstler ist Träger mehrerer internationaler Preise. Er vermag mit seinem Instrument sowohl russische Melancholie wie auch die überschäumende Lebensfreude Lateinamerikas, den Ernst der Klassik und auch den Charme Frankreichs zu vermitteln. Mit atemberaubend virtuos vorgetragenen Passagen und gefühlvollen Melodien bewies er seine absolut meisterliche Beherrschung seines Instruments.

Mit dem Finale des Konzerts in d-Moll op. 3 Nr. 11 von Antonio Vivaldi liess Alexandre Bychkov zum Schluss des Konzerts noch einmal die Klangfülle seines Instruments aufleben, was mit frenetischem Applaus belohnt wurde. Nach zwei Zugaben verabschiedete er sich nach minutenlangen stehenden Ovationen vom Publikum.

Wer Kälte und Schneefall getrotzt hatte, kam in den Genuss eines rundum eindrücklichen Kulturerlebnisses der Sonderklasse.

15.01.2026 :: Christian Habegger (chl)