Gott führt uns zusammen

Im christlichen Glauben hat das Gemeindeleben und Gemeindesein einen grossen Stellenwert. Die Gemeinde, lateinische communio, soll für den Christen die irdische Heimat sein, in der er in Verbundenheit mit anderen Christus nachfolgen und die himmlische Gemeinschaft mit Gott einüben kann. Spurenhaft sollen Erlebnisse möglich sein, die ihm sprichwörtlich den Himmel auf Erden erfahrbarer machen sollen. Im heutigen Kontext scheint diese Vorstellung aufs Äusserste strapaziert. Die Welt mit ihren fast grenzenlosen Möglichkeiten legt aktuell die Schlussfolgerung näher und näher, dass es sich nicht mehr lohnt, miteinander um Einigung zu ringen. Doch der Mensch ist alleinlebend nicht denkbar. Viel zu oft brauchen wir Hilfe und Unterstützung von anderen, als dass wir eine radikale Form der strikten Individualität zu anderen Menschen wirklich befürworten könnten. Jesus scheint seinen ihm Nachfolgenden aus tiefer göttlicher Weisheit den Rat gegeben zu

haben, dass sie sich im steten Aufeinander zugehen die Nähe zu ihm erschliessen können. Er ist von der Verbundenheit in der Liebe aller Menschen überzeugt. Gott wird offenbar in der Begegnung von Menschen, die einander ihre Freiheit zugestehen, weil auch Gott sie ihnen zugesteht. Dies ist die christliche Lebensart, wo der einzelne im Schutz der Gemeinde zum Atmen kommt und diese mittragen kann. Sicher, die Veränderung ist in der Weltgeschichte eine Konstante. Dies gut zu meistern ohne lebendiges Gemeindeleben erachte ich als dem jesuanischen Menschen nicht dienlich. Wie nun das christliche Gemeindeleben im Heute aussieht, ist in heiliger Verbundenheit zu entfalten. Dies erachte ich als tiefes Bruder- und Schwestersein füreinander im Glauben. Jesus hat davon geträumt. Es möge, wir kennen es aus dem Herrengebet, «auf Erden werden, wie es im Himmel ist». Gott führt also doch zusammen!

29.01.2026 :: Pascal Mettler