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Erinnerungen an die Woche sieben

Nun schreibe ich hier meine erste Kolumne. Nur, was soll ich schreiben? Beim meditativen Socken zusammenlegen studiere ich hin und her. Gedanken kommen und gehen, noch fehlt die zündende Idee. Als ich realisiere, dass meine erste Kolumne in der Woche sieben erscheinen wird, da macht es plötzlich Klick. Die Woche sieben war für mehr als zehn Jahre eine ganz spezielle für mich. Woche sieben hiess für mich ganz einfach: Skiferien! Viele Jahre verbrachten wir diese Woche mit einer befreundeten Familie. Meine Skikünste sind zwar an einem ganz kleinen Ort zu finden, aber das spielte für mich
keine Rolle. Was haben wir da alles zusammen erlebt und gelacht. 

Während des Tages fuhren wir Ski, manche länger, manche (ich) kürzer. Meistens hatten wir schönes Wetter und ich genoss die frisch präparierten Pisten am Morgen. 

Anfangs, die Kinder waren noch klein, machten sie die ersten Versuche auf den Skiern. Es ging nicht lange und sie flitzten mir um die Ohren. Mittlerweile habe ich den Spitznamen von einem ganz langsamen Fahrzeug mit grünem Kontrollschild erhalten...

Am Abend trafen wir uns alle wieder zum Spielen. Manchmal spielten die Kinder zusammen und wir Eltern
gaben einen Jass. Aber oftmals spielten wir alle zusammen ein Gesellschaftsspiel. Anfangs, die Kinder waren noch klein, haben wir Eltern ihnen etwas unter die Arme gegriffen und geholfen. Aber mittlerweile dürfen wir dies nicht mehr, sonst gewinnen wir ja über-
haupt nie mehr.  

Die Skiferien war auch immer die Woche mit den lustigen Episoden. Hier eine von mir: Wir bewohnten während dreier Jahre immer die gleiche Wohnung auf dem gleichen Stockwerk im gleichen Mehrfamilienhaus. Anschliessend mussten wir die Wohnung wechseln, waren aber immer noch im gleichen Haus. Da passierte es mir doch tatsächlich, dass ich gedankenverloren, als Gewohnheitstier und unheimlich schwungvoll die Türe unserer «alten» Wohnung öffnete. Da sass doch eine fremde Frau in Unterwäsche auf «meinem» Bett. Sie zog sich gerade den Pullover über ihren Kopf, sah mich zum Glück nicht und hat mich wohl auch nicht bemerkt. War dies ein Schreck für mich, und dann ein Gelächter – über mich. 

Natürlich gehörte zur Woche sieben, nebst dem Lachen und Gewinnen, auch mal eine Grippe, ein Beinbruch, das Verlieren beim Spiel oder eine kleine Meinungsverschiedenheit dazu – das Leben halt. 

Die Woche sieben gehört in dieser Form seit diesem Jahr der Vergangenheit an. Schön, konnten wir so viel zusammen erleben, ich habe es genossen und das Miteinander sehr geschätzt.


14.02.2019 ::

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