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«Jeder in unserer Mannschaft hat das gleiche Ziel: Profi-Eishockey-Spieler in der NLA werden»
«Jeder in unserer Mannschaft hat das gleiche Ziel: Profi-Eishockey-Spieler in der NLA werden» SCL Young Tigers:

 

Das Ziel ist klar: sie wollen Profi-Eishockey- Spieler werden. Auch wenn Keijo Weibel, Dominik Gyger und Rihards Melnalksnis nahe dran sind, ist der Weg noch steinig.

 

Beim ersten Hingucken sieht man drei Jungs beim Kaffee, die über dies und das plaudern. Beim näheren Hinsehen, bemerkt man die athletischen Figuren und beim näheren Hinhören, merkt man, dass diese drei Jungs nicht ganz alltägliche Jugendliche sind. Sie haben ein Ziel, und zwar wollen sie Eishockey-Profis werden. Dafür tun sie alles und sind schon ziemlich nahe dran.

 

Lange Tage und harte Trainings

Alles heisst: sie haben Arbeitspensen zwischen 50- und 60-Prozent, gehen in die Berufsschule, absolvieren vor der Arbeit und nach der Arbeit ihr Trainingspensum, auf dem Eis oder im Kraftraum, spielen am Wochenende zwei Matchs und haben während der

Eishockey-Saison praktisch keine Freizeit. Keijo Weibel wird im November 18 Jahre, Dominik Gyger und Rihards Melnalksnis sind beide schon 19 Jahre, alle drei spielen in der gleichen Linie bei den Elite A-Junioren der SCL Young Tigers. Alle drei durften schon bei der ersten Mannschaft der Tigers mittrainieren, standen schon auf dem Matchblatt und sogar auf dem Eis bei Nati-A-Spielen. «Die Trainings mit dem Ersten sind ein Bubentraum. Ich bin sehr stolz, dass ich das darf, gebe dafür alles und bin topmotiviert», erklärt ein sichtlich stolzer Rihards Melnalksinis, der nebst dem Eishockeytraining auch noch seine Lehre bei der SCL Young Tigers-Geschäftsstelle absolviert. Auch Dominik Gyger absolviert dort seine Lehre, er hat aber das Glück, daheim wohnen zu dürfen. «Ich schätze die Unterstützung sehr, wenn ich nach dem Training um 22.00 Uhr nach Hause komme, hat meine Mutter noch ein Nachtessen für mich auf dem Tisch, das ist schon ein toller Service».

 

Alles auf die Karte Eishockey

Davon kann «Rihi», wie seine Kumpels den Letten nennen nur träumen, er ist mit 15 Jahren allein in die Schweiz gekommen und musste nebst dem Eishockey-Traum das Haushalten auf die harte Tour lernen. «Das erste Jahr war sehr lustig, ich habe nur von Nudeln und fertigem Fleisch gelebt. Es war nichts organisiert. Erst mit der Zeit habe ich gelernt, meinen Haushalt zu planen, aber das Einkaufen ist immer noch schwierig, weil wir ja schon um 07.30 Uhr im Büro oder beim Training sein müssen und oft erst nach 22.00 Uhr wieder nach Hause kommen.» Da hat es der Stürmer (Linker Flügel) Keijo Weibel, der in Langnau in einer WG wohnt schon etwas einfacher. «Zum Glück hat mein Mitbewohner etwas mehr Zeit die Einkäufe zu erledigen». Aber schliesslich wollen die Jungs ja keine Vorzeige-Hausmänner werden, auch wenn sie irgendwann einmal auch eine eigene Familie gründen möchten, sondern Eishockey-Profis. Das war allen von Kindesbeinen an klar, erzählt Dominik: «Schon als ich die ersten Male den Top-Teams beim Spielen zuschauen durfte, habe ich gewusst, dass ich eines Tages auch vor so viel Publikum Hockey spielen möchte.» Rihards Melnalksnis hat von Anfang an alles auf die Karte Eishockey gesetzt: «In Lettland hat es keine so gute Liga, es gibt auch nicht so tolle Ausbildungs-Möglichkeiten, deshalb gehen viele Junge in andere Länder. So bin ich auf die Schweiz gekommen. Meine Eltern waren damit einverstanden». Klar habe er gelegentlich Heimweh, gesteht der Mittelstürmer, aber im Sommer und während den Nati-

Einsätzen dürfe er ja immer wieder nach Hause. «Sobald ich meine Lehre fertig habe und hoffentlich hier in der Schweiz bleiben darf, wünsche ich mir, dass meine Eltern eine Zeitlang hier leben könnten». 

 

Karriereziel: NLA

Im letzten Jahr bei der Elite-A zeigt sich für die jungen Spieler der weitere Weg. Keijo Weibel hat noch ein Jahr Zeit: «Die NHL wäre ein Traum aber man muss realistisch bleiben. Ich werde hier in der Schweiz spielen, wenn möglich in Langnau, das kenne ich schon. Aber wir müssen Schritt für Schritt nehmen, falls es nicht mit einem NLA-Klub klappt, geht vielleicht der Weg über die NLB, wo man als junger Spieler viel Spielpraxis bekommt.» Rihards sei schon in Gesprächen mit seinem Agenten und dem Sportchef. Der Flügelstürmer Dominik Gyger ist noch nicht so konkret dran: «ich steige entweder über die Nati-B oder direkt in der Nati-A ein. Mein grösster Wunsch ist es  gesund zu bleiben». 

18.10.2018 :: Olivia Portmann
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