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Das Dorf im Dorf Brenzikofen
Sommerserie: Auch im Sommer muss es nicht immer der Süden sein: Auf dem Campingplatz in Brenzikofen tummeln sich in den Sommermonaten bis zu 150 Menschen, welche dem Baden und dem süssen Nichtstun frönen. Damit diese einen unbeschwerten Aufenthalt geniessen können, sind Hans-Rudolf und Elfriede Eicher von morgens früh bis abends spät auf den Beinen.
Während viele die Gäste auf dem Campingplatz Wydeli in vollen Zügen geniessen, sind Elfriede und Hans-Rudolf Eicher ständig auf Achse. Hier wollen Gäste bedient sein, da muss gereinigt werden, dort benötigt jemand eine Auskunft. Seit Jahren läuft das so bei den Eichers. Vor rund einem halben Jahrhundert hat Vater Christian Eicher diesen Zeltplatz erbaut.

Auf die Frage, was denn der Campingplatz Wydeli in Brenzikofen den Besuchern zu bieten habe, muss der heutige Besitzer, Hans-Rudolf Eicher, nicht lange überlegen. «Unser Platz ist ruhig, auf dem Land, drei Kilometer von einem Golfplatz und fünf Kilometer von der Autobahn entfernt, wir haben ein Freibad, einen idyllischen Fluss, Wanderwege, Fahrradwege und am Morgen werden die Touristen vom Zwitschern der Vögel geweckt», sprudelt es nur so aus Hans-Rudolf Eicher heraus. Besucht wird der Campingplatz vor allem von Familien. Dabei hat es viele Stammgäste, die zu einem grossen Teil aus Holland stammen und oft auch jedes Jahr den gleichen Platz belegen.

Im Moment ist der Campingplatz praktisch bis auf den letzten der 90 Plätze besetzt. Im grossen und ganzen war die heurige Saison bisher jedoch eher durchzogen. Das schlechte Wetter kostete viele Gäste. Trotzdem ist Hans-Rudolf Eicher optimistisch und glaubt an die guten Vorjahre anknüpfen zu können. Aber eben: «Auf einem Campingplatz ist man auf Gedeih und Verderb vom Wetter abhängig.» Zentral ist für Hans-Rudolf Eicher auch die Sauberkeit auf der Anlage und so sind er und seine Frau dafür Tag für Tag besorgt, dass die Gäste stets saubere Duschanlagen, WC’s und einen ordentlichen Platz vorfinden, wie er betont. Hans-Rudolf Eicher selber ist lediglich abends und am Wochenende im Wydeli anzutreffen, wenn in der Oberdiessbacher Käsehandlung Eicher die Tore geschlossen sind. «Man kann das fast als Hobby bezeichnen». Dafür ist Elfr..irde Eicher fast rund um die Uhr da. Seit der Eröffnung des Zeltplatz-Beizlis 1995 gibt es auch dort eine Menge zu tun.

Wer Ferien im Wydeli verbringen wolle, habe den Vorteil, dass er nicht allzu tief in die Brieftasche greifen müsse, wirbt er für seinen Betrieb.

Das Dorf profitiert vom Dorf

Die Reaktionen der Dorfbevölkerung auf das «Dorf im Dorf» sind durchwegs positiv, wie Hans-Rudolf Eicher betont. Schliesslich profitiere ja auch die Gemeinde von seiner Anlage: «Ich bezahle Steuern, liefere Kurtaxen ab und die Camper machen oft Besorgungen im Dorf und bescheren dadurch den Dorfläden zusätzliche Einkünfte.»

Die Anlage in Schuss halten

Ein Campingplatz bringt jedoch nicht nur Einkünfte, sondern kostet auch Unterhalt. Auf der Aufwandseite schlagen vor allem die Kosten für Wassernutzung und Abwasser, der Zins für das Land, Stromkosten und Kehrichtentsorgungsgebühren zu Buche. Den resultierenden Gewinn reinvestiert die Familie Eicher grösstenteils wieder in die Anlage, «damit wir in ein paar Jahren, wenn wir etwas älter sind, die Früchte ernten können und nicht mehr allzu viel investieren müssen», wie Hans-Rudolf Eicher erläutert.

Die Betreuung erledigt die Familie Eicher fast ausschliesslich in Eigenregie. Während es im Sommer vor allem darum geht, die Anlage sauber zu halten und für die Gäste da zu sein, sind in den Wintermonaten Reparaturen, Renovationen und Umbauarbeiten angesagt.
02.08.2001 :: grm.
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