Schwierige Woche für einige Clubs

Schwierige Woche für einige Clubs
Die Luft geht einigen Teams kurz vor Saisonende langsam aus. / Bild: Stephan Schori (ssr)
Fussball: Seit letztem Mittwoch ist es fix – Konolfingen muss den Gang in die 3. Liga antreten. Oberdiessbach verlor den Spitzenkampf und bei Aemme riss eine eindrückliche Serie.

2. Liga, Männer. Der FC Konolfingen kam die ganze Rückrunde über nicht in Fahrt und konnte den Rückstand auf den Strich nicht verringern. Mit der 0:3-Niederlage am letzten Mittwoch auswärts gegen Lerchenfeld ist der Abstieg besiegelt. Vier Jahre nach dem Abstieg aus der 2. Liga interregional muss sich der FCK nun also auch aus der regionalen FVBJ-Spitzenklasse verabschieden. Die Emmentaler treten nächstes Jahr nach 18 Jahren zum ersten Mal wieder in der 3. Liga an, wo es einen Neustart geben kann (siehe Kasten). Auch am Sonntag gegen Weissenstein blieb eine Reaktion weitgehend aus – nach einer guten Startphase resultierte am Schluss eine 0:6-Niederlage.

Der FC Oberdiessbach dagegen spielt an der Tabellenspitze mit um den Aufstieg. Unter der Woche hatten die Oberdiessbacher dank einem Treffer von Jan Kurth mit 1:0 gegen Dürrenast gewonnen. Am Samstag kam es dann zum Spitzenkampf, auswärts gegen Lerchenfeld. Und in dieser Partie musste Oberdiessbach einen Dämpfer im Aufstiegsrennen hinnehmen – 2:0 hiess es am Ende für Lerchenfeld. Nach einer spannenden, torlosen ersten Halbzeit gingen die Thuner in Führung. Oberdiessbach war bemüht, jedoch fehlten die offensive Durchschlagskraft und bei der Verletzung von Jan Kurth sowie beim Lattenschuss von Thierry Grünig auch das nötige Wettkampfglück. So rutscht Oberdiessbach auf Platz 4 ab. In den drei verbleibenden Runden, die nach dem spielfreien Pfingstwochenende stattfinden, müsste vieles für Oberdiessbach laufen, damit der Aufstieg noch ein Thema wird.

In Gruppe 2 musste der FC Aemme unter der Woche ebenfalls einen Dämpfer hinnehmen. Gegen Tavannes/Tramelan, das eine starke Rückrunde spielt, gab es eine 0:4-Niederlage. Damit rissen gleich zwei eindrückliche Serien: Es war die erste Heimniederlage für Aemme seit fast einem Jahr und die erste Meisterschaftsniederlage unter der Woche seit fast genau vier Jahren. Dafür zeigten die Emmentaler am Wochenende  eine starke Reaktion: Auswärts beim FC Porrentruy erspielten sie sich ein 1:1 und hielten die Jurassier so auch in der Tabelle auf Distanz. Luca Beutler hatte den zwischenzeitlichen Führungstreffer für Aemme erzielt. Am kommenden Mittwoch bestreitet Aemme noch ein Nachtragsspiel gegen Azzurri Bienne.

3. Liga, Männer. Die Emmentaler Teams aus Gruppe 1 haben eine harte Woche hinter sich: Konolfingen II musste unter der Woche beim Ligadominator Spiez antreten und kassierte ein «Stängeli». Und der FC Grosshöchstetten-Schlosswil verlor daheim gegen Allmendingen gleich mit 1:7. Grosshöchstetten-Schlosswil braucht nun mindestens sieben Punkte aus den letzten drei Spielen sowie Schützenhilfe, um den Abstieg noch auf Kosten von Konolfingen zu verhindern. Am 6. Juni kommt es zum Direktduell der beiden Teams.

Besser läuft es für die Teams in Gruppe 3. Der SV Sumiswald siegte bereits unter der Woche 3:1 beim Schlusslicht Huttwil. Und der FC Langnau drehte am Sonntag auswärts gegen Grafenried einen 1:2-Pausenrückstand noch zu einem 4:2-Sieg. Astrit Krasniqi konnte sich dabei als Hattrick-Schütze feiern lassen. Es waren seine Saisontore 13-15, womit er der zweitbeste Torschütze der Liga ist.


3. Liga, Frauen. Auch die Langnauer Frauen feierten am Sonntag einen Auswärtssieg, ein 0:4 beim SC Holligen. Alle Tore fielen zwischen der 36. und 52. Minute, Daria Gisler traf doppelt. In Gruppe 2 siegte Blau-Weiss Oberburg dank einer starken letzten Halbstunde mit 4:1 beim FC Kirchberg und hält damit den Druck auf Leader Worb weiter aufrecht.

Mit dem Team Region Entlebuch siegte auch das dritte Frauen-Team der Region, und zwar 2:0 beim SC Cham.

«Es fehlte einfach ein Erfolgserlebnis»

Der FC Konolfingen muss den Gang in die 3. Liga antreten. Sportchef Thomas Oswald nimmt Stellung.


Thomas Oswald, weshalb hat Konolfingen auch in der Rückrunde nicht auf die Erfolgsspur gefunden?

Die Niederlagen gegen Worb und Dürrenast, gleich zu Beginn der Rückrunde, waren wegweisend. Zwar wurden die Leistungen stabiler, wir belohnten uns aber nicht mit Punkten. Im Bernercup folgte mit dem Ausscheiden nach Pentaltyschiessen der nächste Dämpfer. Es fehlte einfach ein Erfolgserlebnis, um aus der Negativspirale rauszukommen.


Wo sehen Sie die Gründe für das fehlende Erfolgserlebnis?

Da gibt es mehrere. Wir hatten im Sommer gewichtige Abgänge. Im Winter haben wir, im Gegensatz zu anderen Teams, bewusst nicht versucht, mit Transfers den Ligaerhalt zu erzwingen. Mit Mino Gautschi war ein wertvoller Spieler in der Rückrunde auslandabwesend, mit Matthias Neuhaus fehlte ein wichtiger Führungsspieler wegen anhaltender Knieprobleme. Es kamen weitere Verletzungen hinzu. Auch haben wir es trotz allen Versuchen nicht geschafft, den Druck von den Spielern zu nehmen. Positiv ist: Trotz allem waren die Stimmung im Team und der Zusammenhalt immer gut.


Was bedeutet der Abstieg für den Verein?

Die 1. Mannschaft und der Verein sind im Umbruch. Der hat schon länger begonnen und wird weitergehen. Wir haben bereits mehrere Junioren der Jahrgänge 2008 und 2009 integriert, die regelmässig zu Einsätzen kommen. Der Abstieg kann auch eine Chance sein, ein Team um diese jungen Spieler zu bilden. Das braucht aber Zeit. Und für ihre Entwicklung ist es besser, nicht permanent dem Druck des Abstiegskampfes ausgesetzt zu sein. Für uns geht es jetzt darum, den jungen wie auch den arrivierten Spielern das Vertrauen und eine Perspektive zu geben, um wieder erfolgreich zu spielen.


Wo liegen die Unterschiede
zwischen den Ligen?

In der 3. Liga wird es nicht mehr drei Schiedsrichter geben, vielleicht ist auch nicht mehr immer ein Physio dabei. Das sportliche Niveau wird anders und die Liga insgesamt weniger ausgeglichen sein. Aber dennoch sind wir als Absteiger auch nicht automatisch der Favorit. Wir wollen den Spielern nach wie vor das bestmögliche Umfeld bieten, das bleibt gleich. Aber bei uns haben Spieler, Staff und Betreuer auch schon immer aus Eigeninitiative viel für den Verein geleistet.

21.05.2026 :: egs, Micha Strohl (msz)