James Gruntz in der kleinen Halle der Kupferschmiede mit kleinem Klavier und grosser Wirkung. / Bild: Kurt Burri
Langnau: James Gruntz machte auf seiner Solo-Tour bei Paragraph K in der Kupferschmiede Halt. Der Musiker zeigte, dass seine Lieder auch ohne Band eine Sogkraft entfalten.
Ein Mann, eine samtige Stimme, ein Klavier – mehr brauchte es an diesem Abend nicht, um das Publikum ganz in die Musik eintauchen zu lassen.
In der kleinen, bestuhlten Halle der Kupferschmiede, gewissermassen in intimer Clubatmosphäre, präsentierte sich James Gruntz allein auf der Bühne. Schon nach wenigen Tönen wurde klar, dass es dem Bieler Musiker auch ohne Band mühelos gelingt, das Publikum mitzunehmen.
Es war das erst zweite Konzert seiner diesjährigen Solo-Tour. James Gruntz spannte einen weiten Bogen durch sein Repertoire und spielte sowohl neuere als auch ältere Stücke. Darunter etwa der funkig-poppige Radiohit «Heart Keeps Dancing», der ihm vor über zehn Jahren zum Durchbruch verhalf, oder der 2017 in der Hitparade platzierte Song «You».
Mal ruhig und sphärisch, dann wieder rhythmisch und verspielt, führte James Gruntz die Zuhörenden durch verschiedene musikalische Welten. Auch das für ihn typische «Scatting» fehlte nicht. Dabei werden lautmalerische, improvisierte Silben gesungen und die Stimme wird quasi wie ein Instrument eingesetzt.
Zusätzliche Klangschichten
Ins Auge fiel das Klavier. Statt eines grossen Instrumentes oder eines Keyboards setzte James Gruntz auf ein kompaktes, transportables Modell. Nur knapp 60 Kilogramm wiege es, erzählte der Singer-Songwriter, und gestimmt sei es in rund einer Viertelstunde. Für seine Solo-Tour ein praktischer Begleiter. Das Klavier spiele er bewusst ohne Verschalung, um das Innenleben des Instrumentes beobachten zu können.
Immer wieder erweiterte James Gruntz seinen Soloauftritt mit kleinen Effekten und synthetischen Klängen wie Loops oder nachhallenden Stimmen. So kreierte er zusätzliche Klangschichten, die für überraschende Momente sorgten – auch wenn die Stücke meist in ihren puren Versionen schon überzeugt hätten.
Besonderes Live-Erlebnis
Zwischen den Songs erzählte Gruntz kleine Anekdoten aus seinem Musikeralltag und Hintergründe zum Entstehen der Songs, was eine lockere und persönliche Atmosphäre schuf. Am Ende bleibt der Einrdruck eines besonderen Live-Erlebnisses. Kein grosses Spektakel, aber ein Abend voller musikalischer Präsenz. Und die Erkenntnis, dass tatsächlich ein Mann, eine Stimme und ein Klavier genügen können.