Einkaufen ohne Verpackung

Einkaufen ohne Verpackung
Elisabeth Schneider füllt ein Müesli in einen Behälter, welchen die Kunden selber mitbringen. / Bild: Stefanie Siegenthaler (ssl)
Rüegsauschachen: Nach dem Motto «Füll statt Müll» verkaufen die Inhaberinnen in der «Füllbar» Lebensmittel ohne Verpackung. Sie blicken auf die ersten zwei Monate zurück.

Am 16. Mai feierten Elisabeth Schneider, Nina Geissbühler und Damaris Schär die Eröffnung der «Füllbar». Wobei man von einem Fest nicht sprechen kann: «Aufgrund der CoronaPandemie konnten wir den Laden leider nicht, wie gewünscht, mit einer richtigen Feier eröffnen. Wir hatten vor, auch einige Lieferanten einzuladen, welche an diesem Tag ihre Produkte vorgestellt hätten», erzählt Elisabeth Schneider. Doch weil Mitte Mai noch das Versammlungsverbot galt, fiel das ganze Fest ins Wasser. «Doch auch ohne grosse Feier kommt die ‹Füllbar› bei den Leuten gut an. Die Kunden haben Freude und finden es super, was wir hier machen.» 

Da der Laden auf Verpackungsmaterial verzichtet, bringen die Kundinnen und Kunden ihr eigenes Gefäss mit oder können eines kaufen, in welches dann das gewünschte Produkt abgefüllt wird. Sie hätten bereits ein paar Stammkunden, sagt Elisabeth Schneider. «Aber es kommen auch immer wieder neue Leute dazu, die sich ein bisschen umschauen und ‹schnöiggen›.»

Das Müesli ist der Verkaufshit

Die ersten beliebten Produkte zeichnen sich bereits ab. «Das Müesli schmeckt den Kunden. Aber wir diskutieren schon jetzt regelmässig darüber, wie wir das Sortiment noch anpassen können. Erweitern wollen wir dieses aber vorerst nicht.» Also kein frisches Gemüse und keine Milchprodukte in der «Füllbar»? «Wir wollen ergänzend sein und keine Konkurrenz darstellen für die umliegenden Hofläden der Bauern», begründet sie den Entscheid ihres eingeschränkten Sortiments. Die Inhaberinnen setzen mehr auf Trockenwaren wie Teigwaren, Nüsse, Kaffee oder verschiedene Mehlsorten. Auch Öle sowie Hygiene- und Reinigungsartikel stehen zum Verkauf bereit. 

Kaffee-Ecke zum Verweilen

Bereits steht das nächste Projekt in den Startlöchern: Anfang Herbst kommt noch eine kleine Kaffee-Ecke hinzu. Ihnen sei der Austausch mit und unter den Kunden enorm wichtig, hält Elisabeth Schneider fest. «Und wo gelingt dieser besser als bei einer gemütlichen Tasse Kaffee und einem feinen Guetzli dazu? Vielleicht können wir sogar noch ein kleines Fest mit der Eröffnung der Kaffee-Ecke nachholen», lässt Elisabeth Schneider durchblicken. «Aber das entscheiden wir spontan.» 

Wiedereinstieg ermöglichen 

An Ideen mangelt es den drei Inhaberinnen der «Füllbar» nicht. «Sobald wir in allen Bereichen gefestigt sind und alles einen alltäglichen Ablauf hat, möchten wir einen geschützten Arbeitsplatz anbieten. Dies für Leute, die wieder in das Berufsleben einsteigen möchten, aber aufgrund ihrer Vorgeschichte noch nicht zu 100 Prozent belastbar sind», erklärt die gelernte Sozialpädagogin.