Lebensart reisst Alterszentrum ab

Zum Artikel «Neubau-Ankündigung der Lebensart verunsichert die Betroffenen» in der «Wochen-Zeitung» vom 29. Januar.


Während zehn Jahren war ich Heimleiter des Alterszentrums Kiesenmatte in Konolfingen. Die Institution war beliebt und hoch angesehen. Mit Stiftungsrat und Leitungsteam hatten wir zwei Projekte von insgesamt neun Millionen Franken zu bewältigen. 2007, nach einem heftigen Gewitter, entleerte sich die Chise in unsere Einstellhalle. 1,80 Meter war der Wasserstand. Einstellhalle, Garderoben, Lifte, Lager, Kühlung und Lüftung wurden beschädigt, wie auch vieles in der Siedlung. Dies bewog den Stiftungsrat, die geplante Erweiterung und Sanierung voranzutreiben und er lud zu einem Architektur-Wettbewerb. Viele Vorschriften mussten berücksichtigt werden, etwa für eine neue Wohngruppe für demenzkranke Menschen. Zudem verlangte der Kanton, das Gebäude, zu seinen Lasten, erdbebensicher zu bauen! Das hatte unter anderem neue Heizungen und Fenster zur Folge. 2010 wurde der «Neubau» eingeweiht. Es ist nicht nachvollziehbar, warum der gut funktionierende Betrieb nach 15 Jahren dem Erdboden gleichgemacht werden soll, mit schwerwiegenden Folgen für Bewohnerinnen, Angehörige, Nachbarn und Team. Haben die Architekten, das Ingenieurbüro und die Zuständigen des Kantons auch ein solch vernichtendes Urteil über «ihren» Bau mitgeteilt? Oder wurden sie gar nicht beigezogen?


Leserbrief von Andreas Maurer, Münsigen

Weiterhin rund 800 Millionen Franken

Zur SRG-Initiative.

Unbestritten ist, dass die Schweiz als kleines, mehrsprachiges Land öffentlich-rechtliche Medien braucht. Aber sie braucht kein Imperium mit mehr als 7100 Mitarbeitenden, 17 Radiosendern, sieben Fernsehsendern und Websites mit Textinhalten, das mit einem Budget von über 1,5 Milliarden Franken betrieben und zu 80 Prozent aus einer obligatorischen Gebühr finanziert wird! Der Kernauftrag von Radio und Fernsehen lautet gemäss eidge­nössischer Verfassung wie folgt: «Sie stellen die Ereignisse sachgerecht dar und bringen die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck.» Da sich die Politik schwertut, diesen öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verkleinern und damit die absurden Gebühren für Unternehmen abzuschaffen und für Privathaushalte zu senken, muss die Initiative der Politik unter die Arme greifen. Mit dem Anliegen der Initiantinnen und Initianten werden nicht nur Privatpersonen und Unternehmen finanziell entlastet, auch die SRG wird weiterhin mit rund 800 Millionen Franken pro Jahr unterstützt! Mit einem Ja zur Initiative kann das «SRG-Imperium» etwas auf den Boden der Realität beordert werden!


Leserbrief von Andreas Sommer, Sumiswald

Viele Fragezeichen zur SRG

Es geht nicht darum, dass die SRG abgeschafft wird. Es braucht aber einen Auslichtungsschnitt wie bei den Bäumen, die wieder gute Früchte tragen sollen. Die Entwicklung in der SRG ist sehr bedenklich. Es darf nicht sein, dass die Direktorin mehr verdient als ein Bundesrat. Es gibt mir zu denken, dass der Durchschnittslohn bei diesen 5700 Vollzeitstellen über 112'000 Franken liegt! Ein weiteres Fragezeichen für mich: Die SP Schweiz, die 820'000 Franken in die Kampagne steckt. Ist da eine objektive Berichterstattung überhaupt noch gewährleistet? Warum stellt sich die ältere Generation so vor
dieses Gebilde? Für mich unverständlich, dass sie ein solches zum Moloch gewordene Gebilde schützt, das dringend ausgelichtet werden muss. Zur Beruhigung ist zu sagen: Die SRG wird ga­rantiert ihre besten Kühe nicht schlachten, wie sie es im Moment bei einer möglichen Annahme der Initiative androht. Darum ein klares Ja zur Initiative.


Leserbrief vom Karl Berger, Linden

Wichtig für unser Land

Zur Bargeld-Initiative.

Die Volksinitiative redet klar von Noten und Münzen, nicht von Bargeld. Warum? Weil Bargeld kein Begriff ist, den man klar
genug definieren kann. Bargeld ist auch etwas, was rein digital passieren könnte. Das Wort «Bargeld» sagt also nichts darüber aus, ob damit digitales Geld oder Münzen gemeint sind! Die Verfassung braucht aber klare Informationen, klare Begriffe. Darum ein klares Nein zum Gegenvorschlag. Die Volksinitiative dagegen ist sehr klar formuliert und redet von Schweizer Franken - Noten und Münzen, weil wir genau diese schützen müssen! Wenn wir die Volksinitiative annehmen, verpflichten wir die Politik, verbindliche Regeln zu schaffen, um unseren Zugang zu Münzen und Banknoten dauerhaft zu sichern!

Leserbrief von Kathrin Zürcher, Rüegsau

Am falschen Ort gespart

Wir sind einfache Leute und führen ein bescheidenes Leben. Für teure Ferien und Reisen fehlt uns das Geld. Doch wir schätzen ein interessantes und vielseitiges TV- und Radioprogramm. Die Jahresgebühr von 335 Franken (knapp 1 Franken pro Tag) finden wir angemessen. Eine SRG, die sich immer mehr über Werbung finanzieren muss, verliert ihre Unabhängigkeit. Deshalb sage ich Nein zur Halbierungs-Initiative.

Leserbrief von Ernst Liechti, Landiswil


Die SRG verbindet Stadt und Land

Nur die allerdümmsten Kälber wählen sich den Metzger selber! Schade, dass sich Regionalpolitiker den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Gemeint ist die Halbierungsinitiative, sie ist «halbbatzig», nicht durchdacht und führt in die Sackgasse. Bundesrat Rösti warnt, die Initiative gehe viel zu weit, sei zu radikal und koste rund 6000 Stellen. Regionalpolitik sei vor Parteipolitik zu stellen, um den Service public im Kern nicht zu bedrohen. Die Aussage, 200 Franken ge­nügen, ist konzeptlos, irreführend und schädigend für die Randregionen. Die SRG verbindet Stadt und Land, sie macht Sendungen über Sport, Kultur, Brauchtum und Unterhaltung. Die Behauptung, dass die SRG nach einem Ja zur 200-Franken-Vorlage wie bisher produzieren könne, ist falsch. Namhafte Spitzensportler wie Marco Odermatt sowie viele Kulturschaffende sind gegen die Halbierungsinitiative. Schlussendlich ist zu hoffen, dass das Ständemehr in die richtige Richtung lenkt.

Leserbrief von Hans Zemp, Escholzmatt 

«Tote Strecken» wieder mit Fischen besiedeln

Leserbrief zum Artikel «Mehr Fischsterben» in der «Wochen-Zeitung» vom 22. Januar 2026. Fische im Bach sind mega wichtig! Wer sich bewusst ist, dass es Fische im Bach hat, verhält sich vorsichtiger. So lange keine toten Fische obenauf schwimmen, erkennt kaum jemand eine Vergiftung. Jene Abschnitte, in denen keine Fische vorhanden sind, sollten so schnell wie möglich wieder besetzt werden. Naturverlaichung, lautet die derzeitige Behördendoktrin. Doch das dauert Jahre. Man müsste grössere Fischli, mindestens zehn Zentimeter gross, aussetzen. Brütlinge auszusetzen ist momentan Mode. Das dauert zu lange und ist schwierig, das ist die Ansicht eines Praktikers mit 30 Millionen abgestreiften und ausgebrüteten Forellen. Wer immer in der Nähe verunreinigter Fliessstrecken wohnt, soll sich bitte dafür einsetzen, dass möglichst schnell wieder Fische eingesetzt werden.


Leserbrief von Andreas Lerch, Grünenmatt

Eine schöne Geste von Jugendlichen

Am 6. Dezember hat mich eine Gruppe Jugendlicher besucht, um mir einen schönen 2. Advent zu wünschen. Sie haben mir zudem einen selbst gebackenen Grittibänz vorbeigebracht. An diesem Tag haben sie noch vielen anderen älteren Leuten eine Freude gemacht. Diese schöne Geste und das Engagement der jungen Leute haben mich berührt. Ein grosses Merci dafür!


Leserbrief von Sue Stettler, Zäziwil

Das Erbe der alten Brücke respektieren

Leserbrief zum Artikel «Wie weiter mit der Steinbachbrücke?», erschienen in der Wochen-Zeitung vom 4. Dezember: Wieso hat man dort im lauschigen Schachen nicht die altehrwürdige Steinbachbrücke an ihrem Ort belassen und nebenher eine schlichte, für die ruppigen Mehrtönner belastbare Betonbrücke gebaut? Dacherneuerung, Absicherung zur Bahn und das Fussvolk hätte für die nächsten 130 Jahren Schärme. Und Millionen Franken gespart. Respektlos gegenüber unserem Erbe wurden die guten Beispiele, die es auch gibt (Bubenei?/Brunnmatt, Dieboldswil, Horben...) in den Schachenwind geschlagen und dafür einen teurer Murks hingestellt. Schon als ich diesen seltsamen Entwurf sah, wusste ich nicht: Soll dieser Ersatzneubau explizit futuristisch wirken? Oder mit der die Physik aushebelnden Statik sich dem Holzbrücken-Emmental anbiedern? Jetzt aber die Schuld der Denkmalpflege anzuhängen, ist nur noch billig!


Leserbrief von Beat Hubschmid, Langnau