Corona-Mahnwachen

Es ist schon desaströs, wie selbst denkende, mündige Bürger, die an Mahnwachen teilgenommen haben (und zum Teil fast schon gefoltert werden), alle in einen Topf geworfen werden: als Rechtsextreme, Terroristen, Verschwörungstheoretiker und als Lügner schlechthin. Eigentlich sollten wir ihnen dankbar sein für ihren Einsatz für die Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit und den Dialog, der sich keine Demokratie verschliessen sollte. Wie sieht es aus mit den vielen Ärzten, ganze Ärzteverbände, Virologen und sonstige Fachpersonen, sind das auch alles Irre? Wie wäre es im Gegenzug, wenn man die Massenmedien als Bill-Gates-Medien titulieren würde? Es trifft im Moment den Nagel auf den Kopf: Wer zu lange schläft, wacht in der Diktatur auf. Haben wir schon zu lange geschlafen?

Marko Caesar, Oberdiessbach

Verstoss gegen die Verordnung

Drei Monate verordnete Einschränkungen und bereits geht eine ganz kleine Minderheit auf die Strasse. Da kann man sich schon fragen, was erwarten diese Menschen von ihrem Leben, welcher Charakter und welche Intelligenz treibt sie zu diesem Ungehorsam? Ist es der Egoismus gegenüber den Mitmenschen? Leider gibt es zu diesen Fragen keine Studien.

Was, wenn – wenn eine komplette Ausgangssperre (wie in Teilen von China, von Italien) angeordnet wird, was passiert mit solchen Menschen? 

Hans König, Häusernmoos

Brauchen modernes Kampfflugzeug

Aufgrund einer Kosten-Nutzen-Analyse kommt Marcel Schneider zum Schluss, dass die vorgesehene Kampfflugzeug-Beschaffung abzulehnen ist («Wochen-Zeitung» vom 7. Mai). Ich teile diese Meinung nicht.

Das Coronavirus lehrt uns, dass man auf eine Krise vorbereitet sein muss. Wir wissen nicht, was Covid-19 noch alles auslösen wird; denkbar sind weltweite Spannungen. Neue Kampfjets brauchen wir nicht in erster Linie zur Vorbereitung auf einen nicht sehr wahrscheinlichen Krieg in Europa, sondern zum Schutz unseres Luftraums. Dank des in jedem Flugzeug vorhandenen Transponders kann dieses vom Boden aus identifiziert werden. Was machen wir, wenn ein Flugzeug mit bösen Absichten, zum Beispiel eine entführte Passagiermaschine, mit ausgeschaltetem Transponder in unseren Luftraum eindringt? Wohl niemand möchte in einem solchen Fall den Befehl zum Abschuss erteilen, ohne diesen Flieger vorher identifiziert und nötigenfalls zur Landung aufgefordert, respektive gezwungen zu haben. Dies kann nur mit einem modernen, leistungsfähigen Kampfflugzeug geschehen. Ein Billigflieger, wie ihn gewisse politische Kreise vorschlagen, wäre dazu nicht fähig. Wir wollen auch nicht erwarten, dass die Nato diese Aufgabe für uns übernimmt.

Um für künftige Krisen jeder Art gewappnet zu sein, braucht es solidarische Zusammenarbeit – befreit von politischen Ideologien.

Heinz Wittwer, Langnau

Es ist wie mit dem Feuerlöscher

Herr Marcel Schneider, Sie irren sich! («Wochen-Zeitung» vom
7. Mai 2020). Ihre Kosten-Nutzenanalyse, beruhend auf drei historischen Beispielen, müsste in die Gegenwart und die heutige Situation der Weltlage transformiert werden. Die Corona-Lage zeigt uns deutlich, wie rasch sich die Situation ändern kann und wie weit Verträge, Zusicherungen und Bündnisse noch taugen – Beispiel Lieferstopp an die Schweiz von Medizinalgütern aus Deutschland, Frankreich und Italien. In erster Dringlichkeit handeln alle Staaten selbständig, alles andere wird zur Nebensache! Konsequenz: Lieber über eine gut ausgebildete und ausgerüstete Armee verfügen und sie nicht benötigen, als eine Armee brauchen und keine haben. Es ist wie beim Feuerlöscher und bei Versicherungen. Wir sind angewiesen auf neue Kampfflugzeuge und eine bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite zum Schutz der Schweiz und als Beitrag zur Sicherheit in Europa! Ich zitiere unsere Bundesrätin Viola Amherd: «Es geht nicht nur
darum, Kampfflugzeuge für die Luftwaffe, die Armee oder das VBS zu beschaffen. Es geht um den Schutz aller Menschen in der Schweiz, den Schutz unseres
Landes und der Infrastruktur, der
nötig ist, damit unsere Gesellschaft, unser Staat und unserer Wirtschaft funktionieren.»

Daniel Brechbühl, Langnau

Kosten – Nutzen?

Das Referendum gegen den Sechsmilliardenkredit für die
Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ist zustande gekommen.

Im Frühjahr 1940 gab es über der Ajoie ein heftiges und kurzes Scharmützel zwischen deutschen und schweizerischen Militärflugzeugen. Nazi-Luftwaffenboss
Göring tobte: Die Schweiz habe ihre Neutralität verletzt. Sollte dies noch einmal vorkommen, hätte unser Land mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen. Eingeschüchtert kurvten unsere Jets fast nur noch im Reduit herum. Als amerikanische Bomber 1944/45 süddeutsche Städte angegriffen haben und dabei auch Schaffhausen getroffen wurde, blieb die Schweizer Luftwaffe am Boden. Später, während des
Kalten Krieges, endete die Militärflugzeugbeschaffung in der
Mirage-Affäre: Die Landesregierung musste einen riesigen Nachkredit beantragen, um am Ende viel weniger Kampfjets zu
erhalten als geplant. 

Heute überwacht die Nato den westeuropäischen Himmel
lückenlos; so auch unser Lufträumchen. Eine Kosten-Nutzenanalyse zeigt, dass der Sechsmilliardenkredit klar abzulehnen ist. 

Marcel Schneider, Langnau

Älter oder betagt?

In der «Info-Zytig» vom Mai-Juni 2020 der Einwohnergemeinde Trachselwald habe ich Folgendes gelesen: «Der Gemeinderat hat Ende März einen Brief an unsere betagten Gemeindebürger und Gemeindebürgerinnen verschickt...» Ich habe auch einen solchen Brief erhalten und finde es anmassend, uns ältere Generation als «betagt» einzustufen. Oder sind wir schon zu betagt, dass wir noch merken, dass wir noch Steuern zahlen?

Ulrich Reist, Heimisbach

Zigarettenstummel sind ein Problem

Zum Artikel «Abfall auf der Weide kann für Kühe tödliche Folgen haben» in der «Wochen-Zeitung» vom 16. April.

Ich gratuliere Ihnen, dass Sie das Littering entlang von
Strassen thematisieren. Die «Wochen-Zeitung» ist eines der wenigen Medien, welches sich überhaupt dieses Problems annimmt. Den Artikel hätte man noch mit dem Wegwerfen von Zigarettenstummeln, vor allem aus fahrenden Autos, ergänzen können. Jährlich werden dadurch entlang von Strassen etliche Brände verursacht. Mir persönlich sind sogar Zweiradfahrer bekannt, welche durch weggeworfene Zigarettenstummel Verbrennungen unter ihren Helmen erlitten haben. Zudem kann das Gift eines Zigarettenstummels für ein Kleinkind tödlich sein.

Markus Schüpbach, Zäziwil

Am besten den Müll zurückspedieren

Ja, man staunt wirklich, was da alles aus dem Autofenster geworfen wird: Ist man mit dem Velo unterwegs und richtet dabei einen Blick zum Strassenbord, findet man alle zehn Meter eine Aludose, sogar Mobiltelefone und selten sogar Computer-Tablets sind auszumachen. Wahnsinn.

In der Vergangenheit hatte ich die seltene Gelegenheit, mich mit einem Bürger (Student Uni Bern, Lehrerssohn, also gewiss nicht bildungsfern oder sozial schwach) zu unterhalten, welcher sich damit brüstete, allen Müll aus dem Wagen zu werfen:
Seine Sichtweise: «Das sammelt schon jemand ein, schliesslich zahle man Steuern», und «Leute, die sich darüber aufregen, sind kleingeistige Spiesser».

Das ist also der exemplarische Gedankengang solcher Personen, und damit erscheint es
naheliegend, dass Plakate oder demonstrativ präsentierter, eingesammelter Unrat nicht den geringsten Einfluss auszuüben vermögen.

Was ich mich aber ernsthaft frage: Warum behändigt sich der geschädigte Landwirt nicht einer Heuraupe und spediert den Müll dorthin zurück, wo er herkommt, nämlich zurück auf die Strasse? Sogar Staaten praktizieren das untereinander, siehe zum Beispiel aufgedeckte illegale Giftentsorgungen in Drittweltländern, welche ebenfalls anschliessend retourniert werden.

Urs Wermelinger, Sumiswald